Vorschlag zur Untersuchung von Lernwirksamkeitsfaktoren des Unterrichts in kollegialen Kleingruppen

Die Teilnehmenden haben bereits im Vorfeld ihre rückgemeldeten Ergebnisse der Bildungsstandards-Überprüfung gesichtet und sind zum Schluss gelangt, dass eine Untersuchung von lernwirksamen Faktoren hilfreich sein könnte. Sie wollen dies gemeinsam mit ihren Kolleg/inn/en tun (z.B. Fachgruppen; Teams, die in derselben Klasse unterrichten; Personen, die auf derselben Schulstufe unterrichten; bestehende Qualitätsentwicklungsgruppen, die gegenseitige Unterrichtshospitationen durchführen; …)

Für die gemeinsame Arbeit wird eine Unterlage ausgewählt und vorbereitet. Ab M4 2018 enthält der Klassenbericht ein eigenes Kapitel mit den Rückmeldungen der Schüler/innen zu ausgewählten Lernwirksamkeitsfaktoren. Zusätzlich kann man bei Bedarf folgende Unterlagen nutzen: eine Liste mit allgemeinen Lernwirksamkeitsfaktoren oder fokussiert auf Lesen bzw. Schreiben, den Lehrer/innenfragebogen zur Unterrichtsqualität von EMU oder ein im Vorfeld bei einer aktuellen Klasse eingeholtes Schüler/innenfeedback aus SQA-Online bzw. mithilfe der EMU-Fragebogensets erlangte Reflexionsunterlagen zu einer bestimmten Unterrichtssequenz.

Jede/r für sich:

Überprüfung möglicher Gründe für die nicht zufriedenstellenden Ergebnisse entlang der vorbereiteten Unterlage. Auswahl von drei bis sechs Faktoren, deren Ausprägung im jeweils eigenen Unterricht als möglicherweise bedeutsam eingestuft wird.

Suche nach dem inneren Zusammenhang: Wie sieht das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren aus? Welcher Faktor beeinflusst andere Faktoren? (Wirkungsrichtungen durch Pfeile symbolisieren.) Wie sieht die gegenseitige Einflussnahme im Unterrichtsalltag aus? Welcher Faktor hat vermutlich die größte Wirkungskraft auf die anderen Einflussfaktoren (Hebelwirkung)?

Austausch in der Gruppe:

Die ausgewählten Faktoren und die Überlegungen zur gegenseitigen Abhängigkeit der Faktoren werden in der Gruppe ausgetauscht, gegebenenfalls illustriert durch einschlägige Unterrichtserfahrungen. Ein gegenseitiges Nachfragen kann dazu dienen, die Ausprägung im eigenen Unterricht und die Zusammenhänge zu konkretisieren, zu verdeutlichen und differenzierter zu fassen. Gemeinsame Diskussion, welche ein bis zwei Faktoren jeweils die größte Wirkungskraft besitzen.

Brainstorming zur Frage: Welche Ansätze zur Unterrichtsentwicklung könnten geeignet sein, um die aufgezeigten Faktoren wirksam zu beeinflussen? Die Teilnehmenden wählen für sich jene Vorschläge aus, die sie als besonders bedeutsam und nachhaltig wirksam einstufen.

Zu zweit:

Ausarbeitung der Details, sodass ein konkreter Unterrichtsentwicklungsplan entsteht.

In der Gruppe:

Vereinbarung der kollegialen Unterstützung bei der Umsetzung (inhaltliche Zusammenarbeit, gegenseitige Unterrichtshospitationen, kollegiales Feedback, …)

Zuletzt geändert: Donnerstag, 20. Dezember 2018, 22:20