Inhaltliche Betrachtung des Unterrichts entlang der Kompetenzensystematik für D8

Die Rückmeldung der Überprüfungsergebnisse erfolgt aufgeschlüsselt nach den einzelnen Kompetenzbereichen, wie sie in der Bildungsstandards-Verordnung definiert werden. Im Unterricht werden die Kompetenzen aber nicht isoliert, sondern in Anwendungszusammenhängen vermittelt. Falls das Ergebnis der Überprüfung in einem Kompetenzbereich ungünstig ausgefallen ist, gilt es zu erforschen, ob die entsprechenden Kompetenzen durch die üblichen Lehr-Lern-Aktivitäten ausreichend berücksichtigt werden, z.B. durch:

  • Sichtung und Zusammenstellung der einschlägigen Lehr-Lern-Aktivitäten (Aufgabenstellungen, Übungssequenzen etc.) im betreffenden Kompetenzbereich

  • Zuordnung dieser Lehr-Lern-Aktivitäten zu den Deskriptoren der Bildungsstandards-Verordnung, z.B. mithilfe einer Matrix (siehe Mustermatrix für Lesen D8 oder Schreiben D8)

Falls sich zeigt, dass die einzelnen Kompetenzen nicht ausreichend abgedeckt sind, stellt sich für die Weiterarbeit die Frage:


 






Kompetenzen kann man erwerben, aber nicht lehren im engeren Sinn. Die Kunst der Pädagog/inn/en zeigt sich also verstärkt in der Gestaltung von Lerngelegenheiten, bei denen sich die Schüler/innen selbsttätig mit den Inhalten auseinandersetzen und ein Bewusstsein für ihr Können und ihre Fortschritte erlangen.

Die Pädagogischen Hochschulen bieten laufend fachdidaktische Fortbildungsveranstaltungen zum kompetenzorientierten Unterricht. Dort lassen sich nicht nur Anregungen für die Weiterentwicklung der eigenen Unterrichtspraxis finden, sondern mit etwas Glück auch Partner/innen für die weitere Zusammenarbeit.

Praktische Anregungen finden sich auch in den vom Bifie zur Verfügung gestellten Materialien, z.B.

Aus den vielfältigen und tiefgehenden Auseinandersetzungen zur Neuen Lernkultur sei besonders auf die Unterscheidung von Komplexität und Schwierigkeit hingewiesen: Komplexe Aufgabenstellungen erfordern – und schulen somit – andere Denkvorgänge als nicht komplexe Aufgabenstellungen. Häufig wird jedoch Komplexität mit Schwierigkeit verwechselt. Mit dem Effekt, dass komplexe Aufgaben nur fortgeschrittenen Schüler/innen angeboten werden und den anderen somit wichtige Formen der Auseinandersetzung vorenthalten werden. Der Newsletter Nr. 3/2016 des Schulentwicklungszentrums NÖ bietet nach einer allgemeinen Einleitung eine kompakte und anschauliche Zusammenfassung: Komplexitätsmodell von Webb, Beispiele zur Veranschaulichung, Charakterisierung der Denkvorgänge, Reflexionsfragen, Beispiele für Mathematik, Deutsch und Englisch.
Als Ergänzung: „5 Minuten für Aufgabenkultur“
und „Fokus auf Aufgabenkultur“ 
auf Seite 35 in „School Walkthrough

Das RECC Deutsch an der PH OÖ hat – ausgehend von Bifie-Unterlagen – Kriterienkataloge:  entwickelt, die einheitlich von der 4. bis zur 8. Schulstufe einsetzbar sind. Dazu passende Feedback-Zielscheiben bieten Schüler/innen die Möglichkeit, Texte mit ihren Stärken und Schwächen zu analysieren und gezielt zu überarbeiten. In Verbindung mit transparenten Kriterien gewinnen die Feedback-Zielscheiben zusätzlich die Funktion individuelle Schreibentwicklung zu dokumentieren.

Mit ausführlichen praktischen Beispielen und breitem Individualisierungsangebot zeigt die Broschüre Auf dem Weg zur lesenden Schule – systematische schulische Leseförderung in den Jahrgangsstufen 5 bis 10“ auf dem Bildungsserver Berlin-Brandenburg, wie die Sachtextlektüre und der Erwerb von Lesestrategien in allen Unterrichtsgegenständen unterstützt werden können.

Zuletzt geändert: Donnerstag, 7. Dezember 2017, 14:43