Vorarbeiten

Um möglichst produktiv mit der Ergebnisrückmeldung arbeiten zu können, sollte man einige Vorbereitungen treffen:

(1)  Unterrichtsprozesse und Kompetenzentwicklung dokumentieren

Wenn man weiß, dass eine Klasse, in der man diesen Unterrichtsgegenstand unterrichtet, an der Bildungsstandardsüberprüfung teilnehmen wird, wird man wahrscheinlich noch ausführlicher dokumentieren als üblich, um gute Unterlagen für die Ergebnisanalyse zur Verfügung zu haben: Unterrichtsplanung, Lernstandsbeobachtungen, Schüler/innenfeedback, IKM-Ergebnisse etc. aufbewahren und möglichst mit Anmerkungen versehen, sodass man zum Zeitpunkt der Ergebnisrückmeldung die Zusammenhänge noch weiß. Das Schwergewicht der Dokumentation wird vermutlich auf der 4. Klasse liegen. Dokumente über den Lernstand sind allerdings auch aus den vorhergehenden Schulstufen interessant, um den Zuwachs erkennen zu können.

(2)  Die Schüler/innen informieren

Im Laufe der 4. Klasse sollte man den Schüler/inne/n bei Gelegenheit den Zweck der Überprüfung erklären, sodass sie zwar ohne übermäßigen Stress, aber mit dem nötigen Engagement daran teilnehmen. Auch mit den Testformaten sollten sie vertraut gemacht werden, z.B. im Zuge einer IKM-Session.

(3)  Die Testsituation einschätzen

Möglichst zeitnah zur Überprüfung sollte man sich bei dem/der Testleiter/in und den Schüler/inne/n erkundigen und notieren, wie der Test gelaufen ist und ob die Schüler/innen in irgendeiner Weise beeinflusst oder beeinträchtigt waren (siehe Fragen zur Testsituation). Diese Notizen können bei der Interpretation der Ergebnisse hilfreich sein.

(4)  Information über die zu erwartende Rückmeldung einholen

Bereits einige Wochen vor Erhalt der Rückmeldung kann man sich mithilfe der Musterberichte auf der Bifie-Webseite damit vertraut machen, was sie genau enthalten werden, und allenfalls vorbereitende Angebote der PH zum Umgang mit der Rückmeldung in Anspruch nehmen.

(5)  Erkenntnisinteresse und eigene Einschätzung klären

Als Vorbereitung auf die gezielte Arbeit mit der Rückmeldung sollte man sich bewusst machen, welche Erkenntnisse man zu gewinnen hofft: solche mit Bezug auf den Unterricht als Ganzes, auf einzelne Aspekte des Unterrichts, auf spezielle Schwerpunktsetzungen, auf laufende Vorhaben im Entwicklungsplan der Schule, …

Bei der kommenden Analyse der Überprüfungsergebnisse wird es günstig sein, die eigene Einschätzung als Bezugsgröße zur Verfügung zu haben. Dafür sollte man sich die damaligen Rahmenbedingungen und die Schüler/innen der überprüften Klasse ins Gedächtnis rufen sowie die eigene Einschätzung ihrer Leistungen (unter Bezugnahme auf die Kompetenzstufenbeschreibungen in den Musterberichten bzw. auf die Liste der Kompetenzen laut Bildungsstandards-Verordnung). Auch Informationen aus anderen Datenquellen (z.B. Übertrittsquoten, Ergebnisse von Schüler/innenfeedback, Projektevaluationen, Lesescreenings) bieten Orientierung. Was wäre ein gutes Ergebnis? Aus welchen Gründen? Eine genauere Klärung der eigenen Einschätzung kann z.B. mithilfe des Einschätzungsblattes für M4 bzw. M8 oder D8 erfolgen.

Schließlich sollte man sich auch damit auseinandersetzen, wie offen man der zu erwartenden Ergebnisrückmeldung gegenübersteht. Empfindet man sie als Kontrolle, als Einmischung, oder als interessantes Feedback? Hat man Erfahrung damit, eine Rückmeldung zur eigenen Arbeit zu bekommen? Wie wird man damit umgehen?

Zuletzt geändert: Mittwoch, 14. November 2018, 22:42