Vorschlag für die Vorgangsweise bei der Arbeit mit den Ergebnissen der Bildungsstandardsüberprüfung aus Sicht von Schulleiter/inne/n

Im Schuljahr, in dem die Überprüfung stattfindet

Zu Beginn des Schuljahres mit den Lehrer/inne/n, deren Schüler/innen überprüft werden, besprechen: Welche Art der Dokumentation ist vorgesehen (z.B. Planungsunterlagen, Lernstandsbeobachtungen, Feedbackbögen), wie wird den Schüler/innen die Intention der Überprüfung vermittelt, wie werden sie mit den Testformaten vertraut gemacht, …

Am Tag vor der Überprüfung kurz in die Klassen gehen, den Schüler/inne/n gutes Gelingen wünschen und ihnen das Vertrauen aussprechen, dass sie konzentriert arbeiten und alles gut erledigen werden. Das wirkt beruhigend und zeigt, dass auch die Direktion an der Überprüfung Interesse hat.

Nach dem Testtermin bei dem/der Testleiter/in erkundigen und notieren, wie der Test gelaufen ist (siehe Fragen zur Testsituation). Diese Notizen können bei der Interpretation der Ergebnisse hilfreich sein.

Einige Zeit vor Erhalt des Schulberichts bzw. der Rückmeldung an die Lehrer/innen

Falls eine Rückmeldemoderation o.Ä. angestrebt wird: Anmeldefristen der PH beachten. (Ansprechpersonen und weitere Infos unter www.bifie.at/rueckmeldemoderation/)

Festlegen, wer sich am Standort mit den Ergebnissen auseinandersetzen wird (Lehrer/innen der überprüften Klassen, Fachteam, SQA-Koordinator/in o.Ä.). Diese Personengruppe beauftragen, sich mithilfe der Musterberichte auf der Bifie-Webseite damit vertraut zu machen, was sie genau enthalten werden. Allenfalls vorbereitende Angebote der PH für Schulleiter/innen zum Umgang mit den Berichten in Anspruch nehmen. Gemeinsam mit dieser Gruppe die Vorgangsweise bei der Rezeption und Reflexion der Ergebnisse planen und noch vor Erhalt der Berichte das Erkenntnisinteresse klären und sich der eigenen Einschätzung der Schüler/innenleistungen bewusst werden:


·        Erwarten wir uns von den Ergebnissen Informationen für unsere Schulentwicklungsvorhaben?

·        Welche besonderen Maßnahmen (im Fach, in der Klasse, allgemein) haben wir in den vergangenen Jahren durchgeführt, die einen Einfluss auf die Ergebnisse haben könnten? Haben wir in den überprüften Klassen spezielle Schwerpunkte gesetzt?

·        Was wissen wir aus anderen Datenquellen (z.B. Übertrittsquoten, Ergebnisse von Schüler/innenfeedback, eigene Evaluationen, Lesescreenings)?

·        Welche Ergebnisse erwarten wir uns in den einzelnen Kompetenzbereichen und Klassen (unter Bezugnahme auf die Kompetenzstufenbeschreibungen in den Musterberichten bzw. auf die Liste der Kompetenzen laut Bildungsstandards-Verordnung? Als Unterlage kann z.B. das Einschätzungsblatt für M4 bzw. M8 oder D8 dienen. )? 

·        Welches Ergebnis wäre aus unserer Sicht ein gutes Ergebnis? Aus welchen Gründen?

·        Inwiefern haben wir Erfahrung damit, Rückmeldungen zu unserer Arbeit zu bekommen? Wie werden wir damit umgehen?

·        Wer wird sich wann und mit wem zusammensetzen, um die Ergebnisse zu analysieren und Schlussfolgerungen abzuleiten? In welchen Bereichen brauchen wir Unterstützung von außen? (vorläufiger Zeitplan, der weiter ausgearbeitet wird, sobald sich die genauere Vorgangsweise abzeichnet)

In den ersten Wochen nach Erhalt des Schulberichts bzw. der Rückmeldung an die Lehrer/innen

Sämtliche Berichte auf Schul- und Klassenebene werden über die Onlineplattform PLATO zur Verfügung gestellt (das Bifie informiert rechtzeitig über die Details).

Die Klassenberichte an die jeweiligen Lehrpersonen übergeben: in Form eines Ausdrucks, als File auf einem Datenträger (wegen der Datensicherheit bitte nicht per Mail) oder durch Versenden eines von PLATO generierten Links. Gleichzeitig Termine für die Besprechung der Klassenergebnisse vereinbaren. Klärungsmöglichkeiten für allfällige Fragen bei den statistischen Darstellungen finden (z.B. durch Mathematik-Spezialist/inn/en im Lehrer/innenteam.)

Schulbericht Teil 1 und (sofern mehrere Klassen getestet wurden) Teil 2 herunterladen. Den Schulbericht lesen (siehe auch Leitfragen und Interpretationsbeispiele). Falls erwünscht: Rückmeldemoderation o.Ä. in Anspruch nehmen.

Gemeinsam mit der im Vorfeld beauftragten Personengruppe die Schulergebnisse einer ersten Analyse unterziehen und auf allfällige Zusammenhänge zur Arbeit in SQA und zu anderen aktuell laufenden Vorhaben (z.B. Schulklima, Elternarbeit, didaktische Schwerpunktsetzungen, …) überprüfen. Sind Entwicklungen im Vergleich mit den Ergebnissen der vorhergehenden Bildungsstandardsüberprüfungen erkennbar? Sofern vorhanden, ausgewählte Daten aus anderen Quellen einbeziehen. Gegebenenfalls erste Handlungsansätze identifizieren.

Mit den einzelnen Lehrer/innen die Klassenergebnisse besprechen: Reflexion, Gedankenaustausch, Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen.

Im Zuge einer pädagogischen Konferenz (Vorschlag für den Ablauf) Intention und Chancen der Überprüfung darstellen, die Schulergebnisse mit dem gesamten Lehrer/innenteam besprechen, Verbindungen zum Schulentwicklungsplan und anderen aktuell laufenden Vorhaben herstellen. Eine erste gemeinsame Einschätzung treffen. Gelingensfaktoren der bisherigen Arbeit identifizieren und nach Möglichkeit absichern. Falls sich interessante Handlungsfelder oder Hinweise auf Problemzonen mit Handlungsbedarf zeigen: Ansatzmöglichkeiten besprechen und Entwicklungsgruppen anbahnen.

Entwicklungsgruppen kann es prinzipiell auf zwei Ebenen geben:

a)      auf Ebene der Schulentwicklung: Diese entstehen wahrscheinlich im Zuge der genannten pädagogischen Konferenz.

b)      auf Ebene der Unterrichts- oder Fachentwicklung: Auch diese können bei der pädagogischen Konferenz entstehen, oder indem sich Lehrer/innen bei der Arbeit mit ihren Ergebnisrückmeldungen zusammenschließen, oder indem die Fachgruppe an der Schule sich anlässlich der Überprüfungsergebnisse mit fachlichen Fragestellungen auseinandersetzt.

In jedem Fall spielt die Schulleitung eine wichtige Rolle hinsichtlich Initiierung, Unterstützung und Einforderung von Ergebnissen.

Mit den Entwicklungsgruppen festlegen, welche Teilergebnisse bzw. Datenkonstellationen genauer in den Blick genommen werden sollen: Wer wird wann in welcher Zusammensetzung die genauere Analyse von Ursachen und Zusammenhängen durchführen, bei Bedarf konkrete Ansatzpunkte formulieren und gegebenenfalls Entwicklungsvorhaben definieren? (Größeren Vorhaben sollte man einen Zeithorizont von mindestens zwei Jahren gewähren. So lange dauert es erfahrungsgemäß, bis sich Neuerungen nachhaltig etablieren.)

Teil 1 des Schulberichts den Schulpartner/inne/n übermitteln und im Schulforum bzw. SGA besprechen.

In den Monaten danach

Innerhalb der Schule geeignete Rahmenbedingungen für die Entwicklungsgruppen herstellen und darauf achten, dass sie kontinuierlich arbeiten. Abstimmung mit der Schulaufsicht hinsichtlich benötigter Begleitung und Unterstützung: Fortbildungskonzept (SchILF, Schulentwicklungsberatung, Teilnahme an Lehrgängen für bestimmte Lehrer/innen u.Ä.), Ressourcenzuteilung, Personaleinsatz etc.


Während der Laufzeit der verschiedenen Entwicklungsvorhaben

Den Fortgang der Vorhaben laufend beobachten, den Lehrer/inne/n für Reflexion und Unterstützung zur Verfügung stehen, auch z.B. bei der Organisation von kollegialen Hospitationen, durch Vorsehen von Zeitfenstern für Teambesprechungen im Stundenplan etc. Maßnahmen planen zur Selbstvergewisserung, ob die Entwicklung positive Ergebnisse zeitigt. (Zwischen-)Ergebnisse der Entwicklungsgruppen aufgreifen und die Umsetzung unterstützen. Darauf achten, dass die Vorhaben tatsächlich auf Ebene der Schüler/innen ankommen. Eine allfällige Einbindung der Eltern(-vertretung) bei den Entwicklungsprojekten unterstützen.

Teile der Vorhaben fließen in den SQA-Entwicklungsplan der Schule ein – eigenständig oder als Teil von anderen Entwicklungsvorhaben. 

In der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Standorts wechselnde Akzente setzen, bei denen alle Lehrer/innen in ausgewogenem Maße zum Einsatz kommen.

Zuletzt geändert: Dienstag, 27. November 2018, 20:51