Bildungsstandards in der Allgemeinbildung

In den 1990er-Jahren wurden im Lehrplan schulautonome Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet. Das hat eine deutliche Stärkung der Selbstverantwortlichkeit von Lehrer/inne/n, von Lehrer/innenteams und Schulen in der methodisch-didaktischen Arbeit gebracht. Parallel dazu entstand das Bedürfnis, die Erwartungen an die Ergebnisse schulischer Arbeit deutlicher zu formulieren. Die Bildungsstandards sind in diesem Kontext zu sehen.

 Sie erfüllen drei Funktionen:

• Orientierungsfunktion:

Die Bildungsstandards benennen wichtige Kompetenzen, über die Schüler/innen bis zum Ende der 4. bzw. 8. Schulstufe verfügen sollen. Im Mittelpunkt des Unterrichts steht der nachhaltige Kompetenzaufbau, nicht das flüchtige Wissen.

• Förderungsfunktion:

Sie bieten eine Grundlage für die individuelle Förderung von Schüler/inne/n. Die Planung und Gestaltung der Unterrichtsarbeit muss den systematischen Aufbau der in den Bildungsstandards benannten Kompetenzen über alle Schulstufen hinweg im Auge behalten. Bildungsstandards wirken also kontinuierlich, nicht nur in bestimmten Schulstufen.

• Evaluationsfunktion:

Bei den periodischen Überprüfungen der Bildungsstandards werden die von den Schüler/inne/n bis zur 4. bzw. 8. Schulstufe erworbenen Kompetenzen festgestellt und mit den angestrebten Lernergebnissen verglichen. Die Rückmeldung der Ergebnisse soll als Impuls dienen für die Qualitätsentwicklungsprozesse am jeweiligen Standort, im Bundesland und bundesweit.

Die Überprüfung der Bildungsstandards

Jedes Jahr wird eine der Domänen überprüft: Deutsch/Lesen/Schreiben oder Mathematik auf der 4. Schulstufe bzw. Deutsch, Mathematik oder Englisch auf der 8. Schulstufe. Aufgrund der großen Menge an Daten – es nehmen jeweils rund 80.000 Schüler/innen teil – nimmt die Auswertung einige Zeit in Anspruch: bei Mathematik rund ein halbes Jahr, bei den Sprachen rund ein Dreivierteljahr.

Die Überprüfung erfolgt flächendeckend, sodass jede Schule und jede/r teilnehmende Lehrer/in eine eigene konkrete Rückmeldung erhält. Diese Rückmeldungen bieten einen kritischen Außenblick und sind Chance und Aufforderung zugleich. Es liegt in der Verantwortung von Lehrer/inne/n und Schulleitung diese Chance nutzbringend zu ergreifen. Dazu ist es wichtig, Überprüfung und Rückmeldung nicht als Kontrolle zu sehen – das führt nämlich zu Abwehr und Rechtfertigung, zu schnellen Antworten und möglichst baldiger Rückkehr zum gewohnten Alltag. Die Rückmeldung soll als Feedback betrachtet werden, das zu interessiertem Hinschauen einlädt, das Räume öffnet für Diskussion und Entwicklung.

Allgemeine Richtlinien für den Umgang mit den Rückmeldungen der Bildungsstandardsüberprüfung enthält das Rundschreiben 06/2012.

Die Verbindlichkeit der Auseinandersetzung mit den Ergebnissen der Bildungsstandardsüberprüfung im Rahmen von SQA ist in Punkt 4 von Rundschreiben 06/2016 festgehalten.

Einen Überblick zum Thema Bildungsstandards bietet die Webseite des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Detailinformationen finden sich beim Bifie.

Zuletzt geändert: Freitag, 14. Dezember 2018, 08:55