Nachhaltige Personalentwicklung

SQA fördert und fordert eine gemeinsam abgestimmte Planung von Personalentwicklung und Fortbildung – sowohl als direkte Unterstützung für den jeweils aktuellen Entwicklungsplan als auch für die Schule insgesamt. Dazu gehören „klassische“ Fortbildungen ebenso wie SCHILFs, SCHÜLFs oder stärker individualisierte Angebote (Beratung, Coaching,  Intervision/Supervision). Zusätzlich können Formate wie die Professionellen Lerngemeinschaften etabliert werden. Auch in punkto Personalentwicklung ist natürlich eine gute Planung schon die halbe Miete.

Transfer – was bleibt von Fortbildung?

Nachhaltige Wirkungen zeigen sich nur dann, wenn das Gelernte auch in der Praxis angewendet wird/werden kann. Die Situation nach traditionellen Fortbildungsseminaren ist bekannt: Man kommt voller Elan und guter Ideen aus dem Seminar zurück an die Schule, im Getriebe des Alltags nützt sich die anfängliche Motivation, das Gelernte umzusetzen, jedoch recht rasch ab. Vielleicht merkt man zudem, dass es doch einiger Änderungen bedarf – und auch des Interesses und guten Willens der anderen („So haben wir das noch nie gemacht“). Übrig bleiben schließlich (verblassende) Erinnerungen an eine interessante Fortbildung.

Der Transfer in die Praxis stellt die entscheidende Herausforderung dar. Hilfreich ist es zumindest („Entwicklungsstufe 1“), bereits im Vorfeld zu überlegen, wie und unter welchen Umständen Neues in den Unterricht und den Schulalltag integriert werden kann/soll. Dabei ist auch das Umfeld – die Schüler/innen, aber auch die Kolleg/innen – mit zu bedenken, vielleicht braucht es ja auch Unterstützung durch die Schulleitungen oder andere Lehrkräfte. Ein „Transferplan“ mit ein paar konkreten Vorhaben, erstellt möglichst rasch im Anschluss an die Fortbildung, unterstützt die Umsetzung in die Praxis.

Lernen vergemeinschaften

Nachhaltigkeit von Personalentwicklung bedeutet an Schulen nicht nur, die einzelne Lehrkraft in die Lage zu versetzen, Gelerntes anzuwenden: Es bedeutet auch, dass dies nicht als isoliertes Geschehen abläuft, sondern dass prinzipiell alle Lehrer/innen sich in ihrer Professionalität weiterentwickeln. Gelingt dies nicht, kommt es zu Insellösungen, und den Kolleg/innen, die etwas Neues ausprobieren wollen, schlägt Widerstand entgegen. Aus diesem Grund ist vorzusehen, dass individuelles Lernen vergemeinschaftet wird („Entwicklungsstufe 2“), indem es unter Kolleg/innen weitergegeben wird. Das kann in den verschiedensten Formen geschehen: (klassisch) im Rahmen von pädagogischen Konferenzen, Sitzungen und Workshops, in Tandems, Teams und Professionellen Lerngemeinschaften, über elektronische Plattformen etc. Diese Aktivitäten sind bei der Erstellung des Entwicklungsplans am besten gleich zu berücksichtigen und einzuplanen s. Qualitätskultur und Personalentwicklung.

Koordinierte und in den SEP eingebettete Fortbildungsplanung

Besonders wirksam wird Personalentwicklung, wenn sie auf die Interessen der einzelnen Lehrkräfte eingeht und gleichzeitig gezielt die gemeinsame Schulentwicklung fördert. Dies erfordert einen Paradigmenwechsel in der Personalentwicklungsstrategie („Entwicklungsstufe 3“): Statt einer bunten Palette eigeninitiierter Seminarbesuche einzelner Lehrkräfte, die isolierte Lernerfahrungen bleiben, werden Fortbildungen abgestimmt und von vornherein in die Schulentwicklungsvorhaben integriert. Wenn es Entwicklungsbereiche gibt, für die nicht ausreichend Expertise an der Schule vorhanden ist, so werden Fortbildungen ausgesucht, die diese Lücken schließen können. Lehrkräfte werden in diese Fortbildungen entsandt mit dem Auftrag, spezielles Know-how an die Schule zurückzubringen. Damit ist auch der Transfer von vornherein ein Teil des Entwicklungsplans.

Die Königsklasse („Entwicklungsstufe 4“) ist erreicht, wenn mit dem oben genannten Paradigmenwechsel auch eine stärkere Ausrichtung auf längerfristige Begleitung und Beratung vor Ort verbunden ist. Diese Form der Personalentwicklung findet meist im Team oder aber auch mit dem gesamten Kollegium statt (z.B. in SCHILFs oder SCHÜLFs). Die Fokussierung auf Teams (statt auf Einzelpersonen) erleichtert den Transfer innerhalb der Schule – die Basis für neue Ideen und Veränderungen ist dann ja von vornherein breiter. Gegebenenfalls sollte man in diesem Fall gezielt planen, wie man auch die anderen Teile des Kollegiums erreicht – und v.a. welche konkreten Maßnahmen an der Schule folgen sollen.

Last modified: Tuesday, 28 November 2017, 8:47 PM