Die Umsetzung des Schul-Entwicklungsplans gestalten

Entwicklungsvorhaben auf Kurs halten

Start: Entwicklungsvorhaben sind, wie gesagt, Projekte mit einem Anfang und einem Ende. Wenn bereits bei der Erstellung des Entwicklungsplans der Startschuss für das Vorhaben einschließlich der Verantwortlichkeiten, Arbeitsschritte und Vereinbarungen zur Zusammenarbeit gegeben wurde, dann kann das Projektteam gleich loslegen. Wenn dies noch nicht geschehen ist, braucht es einen gemeinsamen Start, eine Besprechung oder einen Workshop, wo all diese Dinge geklärt werden -- und insbesondere noch einmal auf die Detailplanung s.u. geachtet wird.

Projektfortschritt im Blick behalten: Während der folgenden Arbeitsphase(n) hat es sich bewährt, den Fortschritt des Vorhabens im Blick zu behalten, um gegebenenfalls rasch handeln zu können, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Denn der beste Plan kann durch Unvorhergesehenes zu Fall gebracht werden. Außerdem kann das, was in der Planungsphase noch realistisch erschien, im Schulalltag zwischen all dem, was wichtig und dringend erscheint, auch mal untergehen.

Ein Soll-Ist-Vergleich sollte also schon während der Umsetzung immer wieder einmal durchgeführt werden, sonst erlebt man zu Projektende möglicherweise eine böse Überraschung. Da ist es dann auch bereits zu spät, um das Projekt wieder ins Lot zu bringen. Die Zeitpunkte („Meilensteine“), zu denen auf jeden Fall der Projektfortschritt unter die Lupe genommen werden soll, werden zu Projektbeginn festgelegt. Als Meilensteine dienen meist Zeitpunkte im Projekt, an denen Projektphasen abgeschlossen sind und neue beginnen. Besonders wichtig ist ein Soll-Ist-Vergleich dann, wenn Arbeitsschritte im Projekt aufeinander aufbauen, die nächste Phase also erst beginnen kann, wenn die vorige abgeschlossen ist. Verantwortlich für die „Beobachtung und Steuerung“ des Vorhabens ist für gewöhnlich die Projektleitung, die zu Beginn festgelegt wurde (s. auch hier!). Sie arbeitet mit Unterstützung des Projektteams. Gerade bei größeren und ambitionierteren Vorhaben hat es sich bewährt, das Projekt in einer gemeinsamen Besprechung des Teams Revue passieren zu lassen (Projekt-Review). Leitfragen dafür können sein:

  • Sind wir (noch) auf dem richtigen Weg?
  • Sind wir in der Zeit?
  • Passen unsere Arbeitsstrukturen?
  • Haben wir die nötigen Ressourcen und Informationen?
  • Welche neuen Herausforderungen haben sich ergeben?
  • Was müssen wir eventuell ändern – und wie?

Hinweis: Wenn der Umsetzungsprozess bereits begleitend evaluiert wurde, sollten für den Review neben dem Soll-Ist-Vergleich und den Einschätzungen des beteiligten Teams zusätzlich Daten und Rückmeldungen aus der Evaluation herangezogen werden.

(Detail)Planung

Auch während der Umsetzung kann es (neuerliche) Planung brauchen:

Rollierende Planung: Einerseits können im Schul-Entwicklungsplan meist noch nicht alle Arbeitsschritte im Detail bestimmt werden, es wird also erst eine Grobplanung vorgenommen, die im Projektverlauf durch eine Feinplanung ergänzt wird. Das macht auch deshalb Sinn, weil nicht für alle Eventualitäten vorgesorgt werden kann – schon gar nicht, wenn die Planung längere Zeit im Voraus erfolgt. Die Umstände können sich ja immer wieder einmal ändern. Je zeitnaher geplant wird, desto eher ist es wahrscheinlich, dass die Pläne auch „aufgehen“.

Änderungen im Projektplan: Andererseits können Änderungen im ursprünglichen Plan notwendig werden, z.B. wenn sich in einem Projekt-Review zeigt, dass auftretende Probleme gelöst werden müssen. Das kann je nach Situation zu kleineren Adaptierungen führen (so dauern manche Arbeitsschritte vielleicht etwas länger als vorgesehen, oder einzelne Arbeitspakete werden neu vergeben) – oder es müssen größere Kurskorrekturen vorgenommen werden (wenn sich z.B. abzeichnet, dass das ursprünglich anvisierte Ziel nicht mehr erreicht werden kann oder die geplanten Maßnahmen sich bereits während der Umsetzung nicht als sinnvoll herausgestellt haben).

Beteiligte und Betroffene informieren und koordinieren

Information: Generell gilt: Nur so viele Informationen wie nötig – aber auch nicht weniger! Je mehr Personen an einem Vorhaben mitarbeiten, je intensiver sie das tun und je stärker sie kooperieren (müssen), desto öfter und rascher müssen sie im Projektverlauf informiert werden. Besprechungen sind wichtig, v.a. wenn es Diskussionsbedarf gibt. Zusätzlich ist ein gemeinsames (elektronisches) Ablagesystem für Dokumente (Moodle oder dergleichen) hilfreich: gut gewartet und laufend aktualisiert, spart es viel Zeit und Energie und stellt sicher, dass dem gesamten Projektteam jederzeit alle notwendigen Informationen zur Verfügung stehen.

Andere Stakeholder (wie z.B. Lehrkräfte, die nicht direkt am Projekt mitarbeiten etc.) werden dann informiert, wenn es für das Vorhaben wichtig ist (z.B. weil Entscheidungen anstehen, für die es auch Personen außerhalb des Projektteams braucht, wenn ein größerer Kreis mitarbeiten soll etc.). Spätestens zu Projektende ist es wichtig, den Abschluss – und die Projektergebnisse – mit allen Betroffenen und Beteiligten zu teilen.

Abstimmung: Ebenso muss die Koordination im Projektteam und mit dem Umfeld in (oder auch außerhalb) der Schule eingeplant werden. Für das Projektteam sehen die Maßnahmenpläne meist ohnehin Besprechungen vor; diese können für die Klärung von Arbeitsschritten, die Abstimmung der Beiträge der einzelnen Projektmitglieder sowie für die Koordination der Zusammenarbeit genutzt werden. Selbstverständlich sind solche Besprechungen auch gute Gelegenheiten, um sich gegenseitig zu informieren und auf den aktuellen Stand zu bringen.

Auf Ebene der Schule hat es sich bewährt unterrichtsarme Zeiten im Stundenplan vorzusehen, die die Durchführung von Besprechungen von Lehrer/innenteams erleichtern.

Koordinationsbedarf kann es auch geben, wenn es mehrere Vorhaben an der Schule gibt, die von unterschiedlichen Teams bearbeitet werden, aber deutliche Berührungspunkte haben: wenn z.B. Teammitglieder in verschiedenen Vorhaben tätig sind, die Ergebnisse des einen Projekts auch für ein anderes nutzbar sein sollen, Vorhaben zum gleichen (übergeordneten) Ziel betragen und dergleichen mehr.

Start der Evaluation

In der Qualitätsspirale folgt die Evaluation auf die Umsetzung. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man mit dem Start der Evaluation zuwarten sollte, bis die Umsetzungsphase beendet ist. Dann ist es oft schon sehr spät – manchmal zu spät, weil sich Daten nach Abschluss von Maßnahmen vielleicht gar nicht mehr erheben lassen. Ein gutes Beispiel dafür sind z.B. Messungen vor Projektbeginn (z.B. Prä-Tests)  – diese Möglichkeit ist zu Projektende unwiederbringlich vorbei. Außerdem kann mit einer guten Planung und einem rechtzeitigen Beginn der Evaluation der Aufwand meist reduziert werden, so werden knappe Ressourcen geschont. Evaluation sollte daher in der Praxis die Umsetzung begleiten – und wenn es nur darum geht, dass man rechtzeitig daran denkt, die Endbefragung von Betroffenen und Beteiligten vorzubereiten und zu organisieren.

Mehr zur Evaluation allgemein hier

Mehr zur Verschränkung von Umsetzung und Evaluation hier.

Last modified: Tuesday, 28 November 2017, 8:40 PM