Rückblick & Ist-Stand

Worum geht es?

Aussagekräftige Rückblicke & Ist-Analysen sind Evaluationen bzw. Bestandsaufnahmen der bisherigen Entwicklungen und des aktuellen Stands der Dinge. Sie stellen die Grundlage, die „Ankerpunkte“ für die weiteren Entwicklungsschritte dar. Sie beziehen sich auf das jeweilige Thema/Ziel und sind, wann immer möglich, datengestützt – so wird ergibt sich ein solides Fundament für die Schulentwicklung.

Als Ausgangspunkt für neue Vorhaben zeigen sie, wo die Schule in Bezug auf ein Thema/Ziel steht, worauf sie aufbauen kann und wo Handlungsbedarf besteht. Bei fortlaufenden Entwicklungsprojekten machen sie sichtbar, wo man sich auf dem Weg zur Zielerreichung gerade befindet, was bereits gelungen ist und wo es weiterer Aktivitäten bedarf.

Was ist zu beachten?

Geht es um ein neues Vorhaben, sollte man bedenken,

  • was der Auslöser für das Vorhaben ist (ggf. inkl. Datenlage, z. B. interne/externe Leistungsergebnisse, Kennzahlen, Feed-back-/Evaluationsergebnisse)
  • ob es eine Vorgeschichte zum geplanten Vorhaben gibt und wie sie verlaufen ist
  • ob es Vorgaben der Schulaufsicht/des BMB zu diesem Thema/Vorhaben gibt
  • wie die Rahmen- und Umfeldbedingungen für das Vorhaben aussehen bzw. ob Veränderungen stattgefunden haben oder absehbar sind (ggf. inkl. Datenlage)
  • wie die (gegebenenfalls zusätzlichen) Ressourcen in diesem Bereich eingesetzt werden.
Geht es um die Fortsetzung eines laufenden Vorhabens, sollte man beachten,

  • welcher Stand der Zielerreichung im vorangegangenen EP erreicht wurde (d. h. welche Ziele & Maßnahmen gesetzt wurden und wie erfolgreich sie waren)
  • ob es (neue) Vorgaben der Schulaufsicht/des BMBF zu diesem Thema/Vorhaben gibt
  • ob bzw. wie sich die Rahmen- und Umfeldbedingungen für das Vorhaben seither geändert haben bzw. ob Ver­änderungen absehbar sind
  • wie die (gegebenenfalls zusätzlichen) Ressourcen in diesem Bereich eingesetzt werden
  • ob diese Zwischenbilanz für die Beibehaltung der ursprüng­lichen Zielbilder spricht, oder ob sie eine Kurskorrektur nahelegt.

Wie geht man dabei vor?

Wie man Rückblick und Ist-Analyse seriös und erfolgreich durchführt, wird unter Evaluation und Feedback ausführlich beschrieben.

Hier sei noch einmal darauf hingewiesen, dass eine breite Datenbasis für Rückblick und Ist-Analyse natürlich immer anzustreben ist, und dass verfügbare Daten (auch aus externen Quellen wie den verschiedenen externen Leistungsmessungen bei Schüler/innen) auf jeden Fall heranzuziehen sind. Verpflichtend ist die Beschäftigung mit zentralen Schüler/innen-Leistungsergebnissen wie z.B. der BIST-Überprüfungen und Reifeprüfungen.

Die Berücksichtigung der Ergebnisse soll in den Entwicklungsplänen in integrativer Weise erfolgen (Beispiel VS: Betrachtung der Schuleingangsphase und der BIST-D4-Ergebnisse als Entwicklungslinie, Stichwort „Kompetenzaufbau“). Um von den Ergebnissen zu Maßnahmen der Unterrichts- bzw. Schulentwicklung zu gelangen, ist es – im Sinne der Betrachtung aus mehreren Perspektiven – häufig nötig, weitere Datenquellen zu nutzen (z. B. Individualfeedback, IKM – Informelle Kompetenzmessungen). Daten sind jedoch nicht nur Zahlen und Statistiken: Nicht zu vernachlässigen sind in diesem Rückblick vorhandene qualitative Evaluationsergebnisse, wie sie in Interviews und Gruppendiskussionen, durch Beobachtungen oder kreative Methoden erhoben werden.

Verschiedene Datenerhebungsmethoden finden Sie im Bereich Evaluation und Feedback unter „Methoden und Instrumente“.

Bei manchen Themen – insbesondere wenn es sich um neue handelt – kann es vorkommen, dass die Datenbasis aus vorangegangen Erhebungen dünn oder (noch) nicht vorhanden ist. In diesem Fall können moderierte Vorgehensweisen der Themen- und Zielfindung, der Abstimmung und der kreativen Entwicklung von Lösungen, wie sie oben exemplarisch angeführt werden (s. gemeinsamer Einstieg, Themen auswählen, Zielbilder entwickeln), als Datengrundlage dienen. Man bekommt so eine erste Einschätzung bzw. Rückmeldung der am Prozess Beteiligten – je mehr verschiedene Gruppen involviert sind, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. (Auch dies ist also ein Grund, Betroffene und Beteiligte breit einzubinden.)

Diese Methoden haben damit eine Art Doppelfunktion: Sie helfen die inhaltliche Ausrichtung des Schulentwicklungsprozesse zu bestimmen, gleichzeitig bieten sie eine Bestandsaufnahme (und ev. auch einen Rückblick) zu den gewählten Themen. Wichtig dabei ist, dass die Vorgehensweise gut moderiert (alle müssen ausreichend zu Wort kommen) und gut dokumentiert sind, da sie sonst den grundlegenden Anforderungen an Evaluation nicht genügen. Selbstverständlich kann man eine derartige moderierte Selbsteinschätzung und -bewertung auch dann vornehmen, wenn es bereits andere Daten gibt – dann wird sie präziser und fundierter.

Last modified: Tuesday, 28 November 2017, 8:11 PM