Zielbilder entwickeln

Was sind Zielbilder? Was macht sie aus?

Die Zielbilder weisen in die Zukunft der Schule. Sie beschreiben für ein gewähltes Thema die gewünschte Situation nach Ziel­erreichung innerhalb eines mittel- bzw. langfristigen (und genannten) Zeithorizonts und sind umfassender angelegt als die Ziele und Maßnahmen, die sich eine Schule für das kommende Jahr vornimmt. Der Begriff macht deutlich, dass es darum geht, die Änderungen gedanklich vorwegzunehmen und sich das Endergebnis (durchaus auch schon in Details) „bildlich“ vorzustellen. Dabei spielen Wertvorstellung und Annahmen über das, was gute Schule und guten Unterricht ausmacht, eine zentrale Rolle.

Zielbilder enthalten in der Regel auch erste Hinweise darauf, welche Datenquellen und Indikatoren für eine spätere Erfolgsüberprüfung herangezogen werden können. („Woran werden wir erkennen, dass wir erfolgreich sind?“) Diese werden für die Planung von Zielen und Maßnahmen in weiterer Folge noch detaillierter ausgeführt.

Schließlich beziehen sich die Zielbilder auf die wichtigsten handelnden Personen(gruppen) in der Schule: Schüler/innen, Schulleiter/in, Lehrer/innen, Eltern/Erziehungsberechtigte, unterstützendes Personal. Auch die Erwartungen an externe Kooperationspartner/innen können in die Darstellung mit einbezogen werden, sofern entsprechende Vereinbarungen mit ihnen bestehen. Damit soll unterstrichen werden, dass Schulen komplexe Gefüge darstellen, in denen es sowohl die Beiträge der einzelnen Beteiligten(gruppen) und Partner/innen als auch ihre Zusammenarbeit braucht, damit Qualitätsentwicklung in einer Weise stattfindet, die den Schüler/innen und ihrem Lernen zu Gute kommt. Wenn eine Schule bereits eine Umfeld-Analyse durchgeführt hat, wird es ihr leicht fallen, Betroffene und Beteiligte in den Zielbilder zu verankern. Zum Thema Stakeholder einbeziehen s. auch hier.

Exkurs Schulleitbild

Schulentwicklung wurde in den letzten Jahrzehnten oft mit der Erstellung eines Leitbilds als zentralem, breitem Orientierungsrahmen begonnen. Sich über das eigene Selbstverständnis als Schule, über Ziele und leitende Werte umfassend klar zu werden, ist sicherlich ein unerlässlicher Aspekt von Schulentwicklung. Leitfragen wie „Wofür stehen wir? Was macht uns aus? Was wollen wir erreichen? Welche Werte und Prinzipien sollen unser Handeln leiten?“ begleiten daher jeden Entwicklungszyklus und sind gerade in der Entwicklung von Zielbildern immer wieder zu diskutieren.

In der Vergangenheit wurde jedoch oft viel Zeit und Energie für die Leitbildentwicklung aufgewendet, bevor überhaupt Maßnahmen angegangen wurden. Die schönen Formulierungen blieben dann bisweilen auch eher „Theorie“, die praktische Umsetzung blieb offen. Da konkrete Entwicklungsschritte in SQA von Anfang an vorgesehen und wichtig sind, wird ein stärker prozessorientiertes, auf einzelne Themen fokussiertes Vorgehen vorgeschlagen: So kann sich ein Leitbild aus dem Schulentwicklungsprozess im Lauf der Zeit ergeben, es entsteht aus (einzelnen) Prinzipien und Grundhaltungen der Schule und zeigt sich in den entsprechenden Zielbildern der Entwicklungspläne. – Sollte eine Schule bereits über ein Leitbild verfügen, ist es natürlich ständiger Begleiter in allen Entwicklungsschritten.

Wie kommt man zu Zielbildern?

Die Formulierung von attraktiven und gemeinsam getragenen Zielbildern setzt voraus, dass man sich an der Schule bereits auf ein gemeinsames Thema/auf gemeinsame Themen geeinigt und wichtige Qualitätsmerkmale identifiziert hat (siehe auch Themen auswählen, Was wir angehen wollen und Entscheidungen argumentieren). Nun braucht es Vorstellungskraft und gutes Ausdrucksvermögen.

Das Schreiben eines Textes gelingt so gut wie nie in großen Gruppen. Es empfiehlt sich daher, eine kleine Gruppe oder auch eine besonders geeignete Einzelperson mit der Ausarbeitung eines Entwurfs zu beauftragen. Dieser muss dann unbedingt nochmals breit zur Diskussion gestellt werden, da sich beim Schreiben jederzeit (auch unbeabsichtigte) Bedeutungsverschiebungen, Änderungen oder neue Ideen ergeben können. Ob es dafür eine eigene Veranstaltung  – eine pädagogische Konferenz, einen pädagogischen Tag, einen Workshop – braucht,  oder ob sich die allgemeine Meinung auf einfachere Weise einholen lässt, ist Ermessenssache (Wie kontroversiell war die Themen-Diskussion? Wie weit weicht der Text von den erarbeiteten Grundlagen ab? Wie groß ist das Vertrauen in die Fertigkeiten der Schreibenden? u. a. m.).

Wie konstant sind Zielbilder?

Mit Zielbildern entwirft man eine umfassendere und längerfristige Vision. Sie sind daher im Verhältnis zu den konkreten Zielen und Maßnahmen des Entwicklungsplans (die sich jährlich immer wieder ändern werden) relativ stabil, müssen es sogar sein, will man kontinuierliche und nachhaltige Schulentwicklung betreiben. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Zielbilder über mehrere Jahre hinweg gelten. Wichtig ist es jedoch, sich anlässlich der jährlichen Konzeption des Entwicklungsplans immer wieder zu vergewissern, ob die Zielbilder noch stimmen oder ob sie angepasst bzw. gegebenenfalls doch durch neue ersetzt werden müssen. Belässt man ein Zielbild bewusst unverändert, braucht man es nicht jedes Mal neu zu schreiben, sondern kann es aus dem letzten Entwicklungsplan übernehmen oder einfach darauf verweisen.

Siehe auch: Entscheidungen argumentieren!

Last modified: Tuesday, 28 November 2017, 8:09 PM