Gemeinsamer Einstieg

Wenn Entwicklungspläne als Grundlage für die gemeinsame Arbeit an der Qualität des Lernens und Lehrens und seiner Ergebnisse wirksam sein sollen, ist es von entscheidender Bedeutung, wie sie zustande kommen. Hier setzt SQA auf einen partizipativen Prozess (s. auch Kapitel Partizipation und Kooperation), mit Möglichkeiten des Inputs, der Diskussion und des gemeinsamen Aushandelns. Nur so entsteht „Ownership“ – als Grundbedingung für das Gelingen.

Betroffene und Beteiligte erkennen

Dabei kommt es darauf an, dass Personen bzw. Personenkreise, die für den Schulentwicklungsprozess von Bedeutung sind (Stakeholder), möglichst von Anfang an einbezogen werden. Das Vergessen oder bewusste Außer-Acht-Lassen von relevanten Personen „holt“ die Verantwortlichen mit Sicherheit im Laufe des Prozesses „ein“ – meist mit unangenehmen Begleiterscheinungen. Es wird daher vielleicht eine kleinere Arbeitsgruppe vorneweg Überlegungen anstellen, wer aller wann zur Teilnahme eingeladen werden soll. Generell gilt: Je früher jemand mit dabei ist, desto besser kann die Person ihre Themen, ihre Bedürfnisse, ihre Sicht der Dinge einbringen und desto eher wird sie bereit sein, den Prozess aktiv zu unterstützen. Es geht hier also sowohl darum, alle relevanten Sichtweisen und Informationen zur berücksichtigen, als auch die verschiedenen Betroffenen und Beteiligten für das Vorhaben zu gewinnen. Dabei ist im Sinne eines genderbewussten Ansatzes auch darauf zu achten, dass Frauen und Männer bzw. Mädchen und Burschen in angemessenem Ausmaß (auf jeden Fall entsprechend ihrer Betroffenheit) eingebunden sind.

Eine bewährte Methode sich einen guten Überblick über die verschiedenen relevanten Personen und Gruppen zu verschaffen und erste Planungsschritte vorzunehmen ist die Umfeld-Analyse. Je nachdem wie sorgfältig und umfassend man sie durchführt, kann sie allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen. Ein bis drei Stunden sollten schon eingeplant werden.

Einen Verfahrensvorschlag für die Durchführung einer Umfeld-Analyse finden Sie unter Beteiligte und Betroffene einbeziehen.

Partizipativer Auftakt

Auch wenn kleinere Gruppen bereits Vorarbeiten geleistet haben: der Startschuss für die jährliche Fortschreibung eines Entwicklungsplans oder für ein neues (großes) Entwicklungsvorhaben sollte in einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung gegeben werden, dann ist allen klar, dass der Prozess nun (wieder) begonnen hat. Hier ist zunächst die Schulleitung in ihrer Führungsrolle gefragt. In weiterer Folge können Informationen geteilt, wichtige Themen diskutiert und erste Entscheidungen getroffen werden. Dafür eignet sich am besten eine pädagogische Konferenz oder ein pädagogischer Tag – je nachdem wie viel es zu besprechen gibt. Die Schulpartner/innen können selbstverständlich, wenn möglich und sinnvoll, auch zu diesem Zeitpunkt bereits einbezogen werden, dann wählt man vielleicht ein zeitliches Format, das z.B. auch Eltern die (zeitweise) Teilnahme erlaubt. 

Was genau und wie es in dieser Auftaktveranstaltung behandelt wird, ist an den jeweiligen Stand der Dinge an der Schule anzupassen:


  • Als erstes gilt es noch einmal, den Anlass und der Nutzen von Schulentwicklung für die Beteiligten zu klären: Schulentwicklung mit SQA – was bringt uns das? (Das kann natürlich entfallen, wenn es bereits im Vorfeld geschehen ist.) Nur so wird das Kollegium ausreichend Motivation und Energie für das Entwicklungsvorhaben aufbringen. Weitere Hinweise dazu finden Sie z.B. in den Abschnitten „Themen auswählen“ und „Zielbilder entwickeln“.
  • Wenn Evaluationen aus dem Vorjahr vorliegen, sollte man sich die Ergebnisse gemeinsam ansehen, um daraus Schlussfolgerungen ziehen zu können. So eine Auswertungskonferenz bereits zu einem früheren Zeitpunkt stattgefunden hat und vielleicht bereits Maßnahmen aus der Evaluation gefolgt sind, dann sollte dazu der aktuelle Stand referiert werden.
  • Auf jeden Fall sollte man sich dann dem zukünftigen Entwicklungsplan zuwenden und klären, welche Themen gewählt werden und welche Zielbilder man dafür entwirft. Bei der Wahl von neuen Themen braucht es dazu auch noch eine eigene Bestandsaufnahme (Ist-Analyse).
  • Wenn noch Zeit bleibt, kann man im Rahmen dieses Auftakts auch gleich in die Formulierung konkreter Ziele und die Planung von zukünftigen Maßnahmen übergehen.
  • Sollte es seit dem vergangenen Jahr Neuerungen in SQA gegeben haben, so ist es natürlich notwendig, das Kollegium darüber zu informieren – das kann also ebenfalls ein Tagesordnungspunkt sein, vorzugsweise bevor man konkrete Ziele auswählt und Planungen vornimmt.
  • Auf die einzelnen inhaltlichen Punkte wird nun in Folge im Detail eingegangen. Dort findet man auch Methoden und Verfahrensvorschläge für Konferenzen und Workshops zu verschiedenen Themen.
  • Allgemeine Tipps für Planung und Abhaltung einer pädagogischen Konferenz, die Sie für Ihren eigene Veranstaltung anpassen können, finden sich hier: 10 Tipps für Konferenzgestaltung

Last modified: Tuesday, 28 November 2017, 7:56 PM