Qualitätskultur

Qualitätskultur bedeutet, dass es an einer Schule ein gemeinsames Verständnis und einen gemeinsamen Willen gibt, Schule und Unterricht – im Sinne der Qualitätsspirale – kontinuierlich zu reflektieren, zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

Dabei geht es nicht (nur) um Strukturen, Abläufe und Entwicklungspläne, sondern um eine gelebte Kultur. Es braucht dafür Zusammenarbeit und Vertrauen an der Schule; dies aufzubauen ist ein längerer Entwicklungsprozess (siehe auch hier).

Grundlage für Qualitätsentwicklung sind aber auch bestimmte Haltungen, Wertvorstellungen und Denkmuster. So kann Schulentwicklung nur „funktionieren“, wenn es Offenheit für Neues gibt und Engagement positiv bewertet wird. Schulen neigen ja dazu (wie andere Organisationen auch) in Althergebrachtem verharren zu wollen; Veränderung wird oft skeptisch gesehen -- und fürs Erste vielleicht gleich mal abgelehnt.

Damit muss man in einem Schulentwicklungsprozess konstruktiv umgehen, sonst bleibt alles beim Alten. Gut ist es, wenn sich Qualitätskultur – „wir sind offen für Veränderungen, wir können auch einmal etwas ausprobieren“ – in vereinbarten Regeln niederschlägt. Noch besser, wenn sie sich auch im Schulalltag zeigt. Denn grau ist alle Theorie: Nur wenn über neue Ideen und Projekte tatsächlich in positiver Art und Weise kommuniziert wird – zwischen Schulleitung und Lehrkräften, zwischen Kolleg/innen, in pädagogischen Konferenzen, den Schüler/innen und Eltern gegenüber etc. – kommt Bewegung in die Schule. Eine besondere Rolle kommt der Schulleitung zu, die als Vorbild fungiert: Sie ist als erste gefragt, Qualitätskultur im Schulalltag zu leben.

Auf einen – möglicher Weise österreich-spezifischen – Stolperstein ist besonders hinzuweisen: Sehr hinderlich ist die an Schulen – und im gesamten Schulsystem - nach wie vor verbreitete „Fehlerkultur“, also der gebannte Blick auf das Nicht-Gelingen. Er fördert ein defensives und übermäßig vorsichtiges Verhalten aller Beteiligten. In diesem Klima kann Schulentwicklung nicht gelingen. Stattdessen braucht es Selbstreflexion, Feedback, Austausch und die Einsicht, dass Fehler in Entwicklungsprozessen sehr oft die besten Lernchancen darstellen.

Mehr zur „Fehlerkultur“ siehe hier!

Ein Verfahren zur Schulentwicklung, das das Festhalten an Problemen vermeidet und stattdessen auf Lösungsorientierung setzt, ist die U-Prozedur „Problemen auf den Grund gehen und Lösungen suchen“.

Last modified: Thursday, 16 November 2017, 9:53 PM