Der Blick von außen – externe Rückmeldungen einholen und nutzen

Schließlich braucht es für die Qualitätsentwicklung auch die Außensicht so genannter „kritischer Freund/innen“.

Blick von außen auf den Unterricht

Auf der Ebene der Lehrpersonen kann dies z.B. durch Unterrichtsbesuche erfolgen: Die (gegenseitige) kollegiale Hospitation zwischen Kolleg/innen erfolgt für gewöhnlich auf freiwilliger Basis und mit entwicklungsorientierter Intention in Tandems (zwei Lehrkräfte besuchen einander gegenseitig) oder innerhalb von Lehrer/innen-Teams oder „professionellen Lerngemeinschaften“ an der Schule. Zum Thema „Unterricht erforschen durch kollegiale Unterrichtsbeobachtung“ finden Sie hier Anregungen und einen Leitfaden unter Methoden und Instrumente. Zunehmende Verbreitung findet auch die Methode der Lesson Studies, bei der Lehrer/innen-Teams gemeinsam an der Weiterentwicklung ihres Unterrichts arbeiten.

Zusätzlich (und ergänzend) kann auch eine kollegiale Sicht auf andere Bereiche der Lehrtätigkeit eingeholt werden, z.B. auf Unterrichtsvorbereitungen und -planungen, auf die pädagogische Diagnostik oder die Leistungsbewertung. Zur gemeinsamen Reflexion und Evaluation von Leistungsbewertung finden sich weitere Anregungen hier.

Auch Unterrichtsbesuche durch die Schulleitung, die damit der Qualitätssorge an ihrer Schule Rechnung trägt, bieten einen „Blick von außen“. Sie sind am besten mit einem klaren Fokus und einer Orientierung auf Qualitäts- und Personalentwicklung anzulegen.

Externe Rückmeldungen für die ganze Schule

Auf Ebene der Schule können Rückmeldungen von außen auf verschiedenem Weg eingeholt werden: Zum einen können schulexterne Stakeholder um ein Feedback gebeten werden. (Wie das gehen kann, dazu hier mehr.) Dabei kann es sich z.B. um zubringende oder abnehmende Schulen handeln, lokale Vereine und Initiativen, kooperierende Betriebe und Institutionen, die Gemeinde etc., kurzum alle, mit denen die Schule v.a. im Bereich Schulpartnerschaft und Außenbeziehungen zu tun hat.

Zum anderen können externe Personen und Institutionen von der Schule eingeladen werden, an der internen Evaluation mitzuarbeiten bzw. diese für die Schule durchzuführen: Es können z.B. Personen mit einer besonderen Expertise oder einem relevanten institutionellen Hintergrund in ein internes Evaluationsteam mit aufgenommen werden. Sie bringen so direkt ihre externe Sicht ein. Das kann z.B. ein/e Vertreter/in einer kooperierenden Einrichtung sein oder ein Experte/eine Expertin in dem Themengebiet, das gerade ansteht. Interessant und befruchtend ist auch die Zusammenarbeit mit anderen Schulen. So können Qualitätsteams verschiedener Schulen sich nicht nur in Netzwerken austauschen oder gemeinsame Weiterbildungen organisieren, sondern auch im Rahmen von gegenseitigen Besuchen an den internen Evaluationen der anderen Schulen teilnehmen.

Dies kann bis zum Peer Review gehen, d.h. einer externen Evaluation durch Kolleg/innen aus anderen Schulen. Diese wird ebenfalls von der Schule selbst veranlasst, allerdings als Ergänzung zur eigenen internen Evaluation (und nicht als Teil von dieser). Systematisch praktiziert wird Peer Review auf Schulebene in den berufsbildenden Schulen in Österreich. Mehr dazu hier.

Weiters stellen die Daten aus von externen Einrichtungen bereitgestellten Leistungsmessungen von Schüler/innen eine wichtige Datenquelle dar. Dazu gehören z.B. auch die Rückmeldungen aus den Bildungsstandardsüberprüfungen. Mehr dazu hier.

Schließlich gibt es auch die „klassische“ externe Evaluation durch Wissenschafter/innen, professionelle Evaluator/innen oder die Schulaufsicht (hier in der Expert/innen-Rolle), die von der Schule selbst initiiert wird, im Rahmen eines Förderprojekts durchgeführt wird oder aber in besonderen Fällen durch die Schulaufsicht veranlasst wird.

Zum Thema interne und externe Evaluation finden Sie hier mehr.


Last modified: Monday, 4 March 2019, 2:52 PM