Was ist bei Feedback zu beachten?

Generell gilt:

Positive Intention: Feedback macht nur dann Sinn, wenn es dazu dient, Dinge zu verbessern. Feedback muss also getragen werden von einer positiven Motivation sowohl auf Seiten der Feedbacknehmer/innen als auch der Feedbackgeber/innen.

Offenheit, Vertrauen und Fairness: Feedback bedarf einer wohlwollenden Beziehung, die auf Offenheit, Vertrauen, Ehrlichkeit und aufrichtigem Interesse basiert. Es kann nur dann positiv wirken, wenn beide Seiten davon ausgehen können, dass die Offenheit für Rückmeldungen (aufseiten der Empfänger/innen) bzw. die ehrliche Rückmeldung (aufseiten der Geber/innen) nicht von der anderen Seite missbraucht wird. Auf Fairness ist besonders zu achten. Aus diesem Grund ist es manchmal sinnvoll, Feedback anonym und mittels standardisierter Fragebögen einzuholen. Ein sehr gutes Vertrauensverhältnis ist Voraussetzung für direktes und persönliches Feedback.

Akzeptanz und Verständlichkeit: Schließlich muss Feedback so gestaltet werden, dass es genutzt werden kann: Es muss für die Feedbacknehmer/innen akzeptabel sein, damit es auch aufgenommen und weiterverarbeitet wird. Und es muss möglichst verständlich und möglichst konkret sein, damit Handlungen folgen können.

Dies bedeutet für die Einführung von Feedback an einer Schule:

in Bezug auf den allgemeinen Rahmen

·       Feedback muss gewünscht sein – es basiert auf Freiwilligkeit und Offenheit

·       Feedback konzentriert sich auf Bereiche, die tatsächlich veränderbar sind

·       Feedback umfasst so viel, wie realistischerweise ver- bzw. bearbeitet werden kann

·       Feedback ist zeitnah (damit alle sich noch erinnern können bzw. damit rechtzeitig darauf reagiert werden kann)

in Bezug auf die Inhalte

·       Feedback betrifft das Verhalten, nicht die Person/Persönlichkeit

·       Feedback bringt Positives und Negatives zur Sprache

·       Feedback unterscheidet zwischen einem beobachteten Verhalten, dessen Interpretation durch den/die Beobachter/in  und dem, was das Verhalten in ihm/ihr auslöst (Beispiel: Schüler/in x ist unaufmerksam; Lehrer/in interpretiert dies als Desinteresse und ist frustriert, tatsächlich denkt x gerade an private Schwierigkeiten)

in Bezug auf die Vermittlung

·       Feedback trägt zum Verständnis bei: es ist allen klar, worum es inhaltlich geht, Rückmeldungen werden von den Empfänger/innen verstanden

·       Feedback ist beschreibend und so konkret wie möglich

·       Feedback verwendet eine sachliche Sprache: Übertreibungen, starke Metaphern sind genauso zu vermeiden wie beleidigende, zynische oder pauschale Äußerungen

Und schließlich müssen alle an Feedback Beteiligten die Feedbackregeln kennen und beherzigen. Es wird daher empfohlen, Feedback gut vorzubereiten.

Last modified: Friday, 19 February 2016, 3:27 PM