Ziele formulieren und Maßnahmen entwickeln

Wenn Sie gleich an den Themen des aktuellen Schulentwicklungsplans weiterarbeiten möchten, dann ist oft recht rasch klar, wohin es gehen soll. (Wenn man dazu noch weitere Schritte der gemeinsamen Abwägung oder zusätzliche Informationen braucht, ist es besser, dies in den nächsten Schulentwicklungsplan zu integrieren).

Wurde die Phase 3 gründlich umgesetzt, dann ist aufgrund der Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Evaluation meist bereits klar, wo Veränderungsbedarf besteht und in welche Richtung(en) es weitergehen sollte. Im Rahmen einer professionellen Entwicklungsplanung ist dies nun in neue Ziele und Maßnahmen zu gießen.

Was ist zu tun?

1.     Dabei ist in einem ersten Schritt zu klären, welche Entwicklungsfelder überhaupt angegangen werden sollen. Eine Stärken-Schwächen-Analyse kann in dieser Phase helfen, wichtige Entwicklungsbereiche zu identifizieren. Dann braucht es eine Priorisierung von möglichen neuen Zielen, schließlich kann man für gewöhnlich nicht alles auf einmal umsetzen. Voraussetzung für die Auswahl ist die Bedeutung für die Schule und den Unterricht. Zusätzlich können weitere Kriterien für die Reihung herangezogen werden: die Dringlichkeit von Veränderungen z.B., aber auch die Relevanz für die allgemeinen Ziele und Strategien der Schule (Leitbild, langfristige Ziele). Siehe dazu auch SE mit EP: Themen auswählen.

2.     Dann werden konkrete Ziele entwickelt, die möglichst „SMART“ formuliert und mit einem Zeithorizont versehen werden.[1] Was sind mittel- und langfristige Ziele, was kurzfristige? (Bis) Wann sollen die Ziele erreicht sein? Siehe dazu auch SE mit EP: Zielbilder entwickeln.

3.     Aus den Zielen werden Maßnahmen abgeleitet. Es empfiehlt sich, nicht allzu vorschnell Entscheidungen zu treffen. Auch bei kleineren Vorhaben, macht es Sinn eine (kurze) kreative Phase (Brainstorming, Kreativtechniken) zwischenzuschalten, um sich der verschiedenen Handlungsmöglichkeiten gewahr zu werden und Vorschläge zu entwickeln, die dann auf Eignung und Machbarkeit geprüft werden. Schließlich soll es auch bei kleineren Projekten nicht zu „leeren Kilometern“ kommen. Siehe dazu auch SE mit EP: Ziele und Maßnahmen für das kommende Schuljahr.

Exkurs: Ziele formulieren

Wohlgeformte Ziele:

·       sind positiv und möglichst konkret formuliert;

·       nennen einen konkreten, überschaubaren Zeithorizont;

·       die Möglichkeit, sie zu erreichen, liegt innerhalb des eigenen Einflussbereichs.

 

Beispiel (Gymnasium; Qualitätsbereich 6: Schulpartnerschaft und Außenbeziehungen und Qualitätsbereich 1: Lernerfahrungen und Lernergebnisse):

Wir wollen im Hinblick auf das nächste Schuljahr erreichen, dass die Anzahl der Neuanmeldungen an unserer Schule um mindestens 10% steigt und auch die Behaltequote in/nach der 1. Klasse hoch ist (XY%)

Wie ist dies anzugehen?

Im Sinne von SQA ist diese Phase möglichst partizipativ zu gestalten – schließlich handelt es sich um die Vereinbarung von Zielen für die nächsten Jahre. Diese sollten von allen Schulpartner/innen getragen werden. Allerdings ist natürlich auch auf Machbarkeit und knappe Zeitressourcen zu achten.

Es kann also z.B. das SQA-Team (gemeinsam mit dem Evaluationsteam, so dies nicht ident ist) eine erste Sichtung der Schlussfolgerungen in Bezug auf neue Ziele vornehmen und mögliche (neue) Ziele und deren Priorisierung vorbereiten.

Oder es kann dieser erste Schritt in Phase 3 integriert werden, indem eine Auswertungskonferenz nicht nur Schlussfolgerungen erarbeitet, sondern diese auch in eine Rangordnung der Bedeutsamkeit für zukünftige Entwicklungen bringt.

Stehen die Ziele fest, können Maßnahmenvorschläge zu den vereinbarten Zielen auch von kleineren Gruppen erarbeitet werden. Die Ideen werden mit verschiedenen Gruppen der Schulpartner/innen noch einmal durchdiskutiert und dann verabschiedet. Wichtig ist, dass Entscheidungen zu Zielen und Maßnahmen in der Schule vergemeinschaftet werden, dass also Möglichkeit zur Mitsprache besteht.

Einen Vorschlag für die Gestaltung eines pädagogischen Tages mit den Schulpartner/innen zur Erarbeitung von (neuen) Zielen finden Sie hier zum Download

Anregungen für ein Vorgehen zur Abstimmung von Maßnahmenvorschlägen im Kollegium finden Sie hier.

 

[1] Ziele sollen SMART sein: Specific (konkret, personenbezogen, nicht allgemein), Measurable (messbar, wenn auch nicht immer quantifizierbar im strengen Wortsinn), Acceptable (mit ausreichender Akzeptanz bei den Beteiligten versehen), Realistic (machbar), Timely (mit erreichbarer Fristsetzung).

Last modified: Monday, 20 November 2017, 10:59 AM