Darstellung der Ergebnisse

Keine Evaluation kommt ohne eine abschließende schriftliche Darstellung der Ergebnisse aus, sie dient

·       der Ergebnissicherung

·       der Transparenz und Nachvollziehbarkeit der „Datenbasierung“

·       als Basis für die Schul- bzw. Unterrichtsentwicklung und

·       der Verbreitung, d.h. durch sie werden Evaluationsergebnisse anderen zugänglich gemacht.

Oft assoziiert man mit dieser Ergebnisdarstellung dicke Konvolute, die zu verfassen viel Zeit und Aufwand bedeutet – und im Schulalltag oft kaum bewältigbar ist. Das muss jedoch nicht sein: Einen ausführlichen Bericht zu verfassen, macht nur in speziellen Fällen Sinn, für gewöhnlich kommt man in (Selbst)Evaluationen auf Schul- oder Unterrichtsebene mit einer viel weniger aufwändigen Dokumentation aus.

Wichtig ist also, sich möglichst frühzeitig zu überlegen, für wen und für welche Zwecke die Evaluationsergebnisse aufbereitet werden müssen: Sollen sie an eine breitere Öffentlichkeit gehen und umfassend Auskunft geben, so wird man einen ausführlichen Bericht einplanen. Sollen sie intern verwendet werden, reicht es, die wichtigsten Eckpunkte zu dokumentieren. Gerade bei Evaluationen im schulischen Bereich wird dringend empfohlen, sparsam und zweckmäßig zu dokumentieren: Berichte wollen ja nicht nur verfasst, sondern auch gelesen werden. Sie sollten also kurz und bündig sein.

Was muss auf jeden Fall schriftlich dokumentiert werden?

Die Dokumentation einer Evaluation ist nur dann vollständig, wenn sie mindestens folgende Informationen enthält (diese Aufzählung kann auch als Inhaltsangabe dienen):

1.     Anlass, Ziel und Ausgangsbedingung für die Evaluation, Gegenstand und Fragestellungen

2.     methodische Vorgangsweise: Wahl der Erhebungsmethoden und Begründung, Ablauf der Erhebungen

3.     Ergebnisse der Datenauswertung: Darstellung möglichst mit grafischer Aufbereitung (Visualisierung), Interpretationen der gewonnenen Informationen

4.     Resümee: Schlussfolgerungen und Konsequenzen

Wenn Sie dem Leitfaden bis jetzt gefolgt sind, sollten alle Teile dieser Dokumentation bereits schriftlich vorliegen. Die Aufgabe der Berichtlegung besteht also nur noch darin, da und dort etwas zu aktualisieren und die einzelnen Teile zusammenzuspielen:

Punkt 1) wird abgedeckt durch das verschriftlichte Ergebnis der Einstiegsphase, das in die Evaluationsplanung eingegangen ist

Punkt 2) wird abgedeckt durch den Erhebungsplan mit einer einführenden Klärung, warum welche Methoden gewählt wurden

Punkt 3) wird abgedeckt durch eine Aufzählung der wichtigsten Analyseergebnisse, die Details werden meist in einem Anhang abgelegt

Punkt 4) wird abgedeckt durch eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Auswertungskonferenz oder des Validierungsworkshops.

Sie können diese Informationen als Text in ein Berichtsdokument einfügen. Wenn Sie aus der Einstiegs- und Auswertungsphase eine aussagekräftige Dokumentation (z.B. der Konferenzen oder Workshops) zur Hand haben, können sie diese nutzen und z.B. ausgewählte Teile von Flipchartprotokollen, Handreichungen oder Präsentationen gleich direkt verwenden.

Was ist noch zu beachten?

Wichtig ist, dass die Dokumentation trotz Knappheit verständlich und übersichtlich bleibt – für die Leser/innen bzw. auch für Sie selbst, sollten Sie ein Jahr später wieder einen Blick darauf werfen wollen.

Machen Sie ein Dokument aus den einzelnen Teilen und erstellen Sie ein Inhaltsverzeichnis. Folgen Sie den oben genannten Punkten. Fügen Sie, wenn nötig, da und dort Erklärungen ein, die die einzelnen Teile verbinden.

Machen Sie, wenn möglich, eine kurze Zusammenfassung (eine Seite) für Zielgruppen im weiteren Umfeld bzw. für die externe Dokumentation (z.B. auf der Schul-Homepage). Sie gehen dabei am besten von Punkt 4 aus, d.h. von den wichtigsten Ergebnissen und Schlussfolgerungen, die sie mit ein paar wichtigen Zahlen/Daten/Fakten (Wer, was, wozu, wie, wann, wo?) anreichern.

Nützen Sie zur „Entrümpelung“ des Berichts die Möglichkeit eines Anhangs für die Dokumentation von verwendeten Erhebungsinstrumenten, Tagesordnungen von Konferenzen und Workshops, vollständigen Protokollen, Handreichungen und Präsentationen. Sollte es Mitschnitte von kreativen Erhebungsmethoden geben, die nicht schriftlich dokumentiert sind, wie z.B. Videos oder Podcasts, so werden diese separat abgespeichert, sind aber in der Erhebungsdokumentation zu erwähnen. Vergessen Sie nicht, die Inhalte des Anhangs ebenfalls durch ein Inhaltsverzeichnis leicht auffindbar zu machen.

Stellen Sie sicher, dass die Dokumentation nur anonymisierte Informationen enthält bzw. dass Aussagen nicht auf Einzelpersonen zurückverfolgt werden können.

Überlegen Sie, was mit den „Rohdaten“, so sie darüber verfügen können, geschehen soll. Wenn sie noch aufgehoben werden sollen, muss dies an einem sicheren Ort geschehen. Es sollte auch klar sein, wie lange die Daten aufgehoben werden. Wenn sie nicht aufbewahrt werden sollen, sind sie so zu entsorgen, dass sie tatsächlich nicht mehr genutzt werden können.

Denken Sie daran, dass auch ein schlanker Bericht seine Leser/innen finden muss. Überlegen Sie am besten gleich, wie und für wen er zugänglich gemacht wird bzw. wie die Evaluationsergebnisse aktiv an wichtige Zielgruppen vermittelt werden.

Evaluation und ihre Ergebnisse in SQA

Evaluationen bzw. ihre Ergebnisse können im SQA-Prozess an verschiedenen Stellen vorkommen: Mal sind Evaluationsergebnisse die Basis für eine Ist-Analyse zu Beginn eines Entwicklungsplans (zusammengefasst im Abschnitt „Rückblick und Ist-Analyse“, ausführlicher in Form eines Berichts als Referenz und Quelle im Anhang zum EP), mal taucht Evaluation als geplante Überprüfung von Maßnahmen im EP auf (Abschnitt „Ziele, Maßnahmen und Indikatoren für das Schuljahr XY“, Kurzbericht im Anhang). Dementsprechend können Evaluationen bzw. ihre Ergebnisse natürlich auch Thema in den Bilanz- und Zielvereinbarungsgesprächen sein.

Ausführlicher Evaluationsbericht

Die bisherigen Empfehlungen unterstützen eine sehr ressourcenschonende Dokumentation. Sollten Sie doch einmal einen ausführlichen Evaluationsbericht benötigen, so finden Sie Anregungen dazu hier.


Last modified: Friday, 18 March 2016, 9:18 AM