Durchführung der Erhebung(en)

Natürlich ist auch in der Evaluation eine gute Planung bereits die halbe Miete. Trotzdem kann es passieren, dass nicht alles so klappt wie ursprünglich geplant. Was tun, wenn man das Vorgehen ändern muss? Dann heißt es flexibel auf Unvorhergesehenes reagieren. Wichtig ist im Sinne der Nachvollziehbarkeit, Abweichungen vom ursprünglichen Plan zu vermerken, sodass auch im Nachhinein festgestellt werden kann, wie in der Evaluation vorgegangen wurde.

Detaillierte Beschreibungen einzelner Erhebungsmethoden, Anleitungen und Tipps für die Durchführung sowie Vorschläge für Erhebungsinstrumente finden Sie unter Methoden und Instrumente bzw. auf SQA online. Eine Übersicht über das SQA-Angebot zu Methoden und Instrumenten finden Sie weiter hier.

Was ist allgemein bei der Durchführung zu beachten?

- Information, Transparenz und Motivation

Auch wenn zu Beginn der Evaluation wichtige Personengruppen einbezogen und informiert wurden, ist es oft trotzdem wichtig, zu Beginn der Erhebung direkt noch einmal grundlegende Informationen zu geben: worum es geht, wozu die Evaluation durchgeführt wird, wie mit den Daten umgegangen wird (für gewöhnlich: vertraulich), und was mit den Ergebnissen passiert (stehen Ergebnisse denjenigen, die mitgemacht haben, zur Verfügung?). Das erzeugt auch noch einmal Transparenz.

Dazu sollte man unbedingt einen Beibrief/eine Einladungsemail an eine Fragebogenerhebung anhängen. Oder man spricht ein paar einleitende Worte vor einem Interview oder einer Gruppendiskussion.

Je persönlicher und wertschätzender dies geschieht und je klarer hervorgeht, warum die Erhebung wichtig ist und welchen „Spielregeln“ sie folgt, desto motivierter und offener werden die Befragten antworten.

Dies hilft, ein Klima des Vertrauens aufzubauen, hat aber auch direkte Auswirkungen auf die Datenqualität: Motivierte Teilnehmer/innen nehmen eher teil, brechen seltener ab und geben ehrlichere, gewissenhaftere und umfassendere Auskünfte. Dies alles gilt in ganz besonderem Maße auch für die Rückmeldungen von Schüler/innen.

- Begleitende Dokumentation

Eine einfache, klar strukturierte und zeitnahe Dokumentation der Erhebungen vorzusehen und gleich immer alle (vorläufigen) Ergebnisse schriftlich festzuhalten, erleichtert Ihnen die nächsten Schritte. Sie stellt eine gute Datenbasis für die Auswertung sicher und macht die Evaluation nachvollziehbar.

Legen Sie alle Erhebungsinstrumente, Dokumente, Unterlagen, Aufzeichnungen und Protokolle laufend und nach einem einheitlichen System ab.

Fertigen Sie möglichst rasch erste Zusammenfassungen an. Machen Sie z.B. nach einem Interview auf Basis Ihrer Gesprächsnotizen sofort ein kurzes Protokoll, in dem sie die wichtigsten Eindrücke und Aussagen festhalten.

Halten Sie die Ergebnisse von Gruppendiskussionen auf Flipcharts fest, fotografieren Sie sie und speichern sie am vorgesehenen Ort.

etc.

Es empfiehlt sich durchaus, die Dokumentation als Datenaufbereitung zu gestalten bzw. u.U. sogar bereits in der Erhebung(sphase) erste Auswertungen vorzunehmen. Es zeitnah zu tun, erspart Ihnen auch Aufwand und Frustration: Warten Sie mit der Dokumentation mehrere Wochen, müssen Sie vermutlich bereits manches mühsam rekonstruieren – oder es sind Inhalte ganz verloren gegangen.


Last modified: Monday, 7 March 2016, 1:00 PM