Planung der Erhebung(en)

Die Ablaufplanung der einzelnen Erhebungs- und Auswertungsschritte fügt sich in die Gesamtplanung des Evaluationsprojekts ein. Das Um und Auf ist ein gutes Projektmanagement (siehe Phase 1: Einstieg). Es werden im Folgenden daher nur Gesichtspunkte herausgegriffen, die die Datenerhebung und -analyse betreffen.

1) Achten Sie darauf, zweckmäßig und ressourcenschonend vorzugehen.

·       Vermeiden Sie Dopplungen und sehen Sie sich auf jeden Fall um, ob Sie manche Fragestellungen nicht mit bereits vorliegenden Daten – Statistiken, Aufzeichnungen, Berichten etc. – beantworten oder unterfüttern können. Das reduziert vorab den Aufwand. Und manchmal haben Sie auf diese Weise auch solidere Daten in der Hand, als wenn Sie im Nachhinein Fakten abfragen, an die sich viele nicht mehr so genau erinnern...

·       Überlegen Sie, ob und wie Sie die Erhebungen in das, was Sie an der Schule/im Unterricht ohnehin bereits geplant haben, integrieren können. So können ohne allzu viel zusätzlichen Aufwand bereits während einer Aktivität – einer Unterrichtsstunde, einer Schulveranstaltung, einer Konferenz etc. – Daten gesammelt werden.

Nutzen Sie einen Elternabend und fügen Sie eine strukturierte Diskussion oder eine Plakatabfrage zu einem Evaluationsthema in die Tagesordnung ein.

Widmen Sie einen Teil einer pädagogischen Konferenz der Aufarbeitung methodisch-didaktischer „Knackpunkte“ in kleinen Gruppen. Vergemeinschaften Sie die Ergebnisse und lassen Sie das Kollegium die qualitativen Befunde unter Umständen gleich in Bezug auf ihre Bedeutung oder die Häufigkeit ihres Vorkommens einschätzen.

Machen Sie eine Roundtable-Diskussion mit wichtigen externen Partner/innen im Rahmen einer Schulveranstaltung. Und/oder verteilen Sie im Anschluss einen kleinen Fragebogen an Teilnehmer/innen, so bekommen Sie Ihre Antworten von allen auf einmal und brauchen niemandem „nachzulaufen“.

·       Gerade für die Unterrichtsevaluation ist die Verschränkung von Handeln und Evaluation wichtig. Viele Daten zum Unterrichtsgeschehen sammelt man am besten gleich: z.B. durch (externe) Beobachtung, durch Feedbackrunden mit den Schüler/innen, mit einem kleinen Fragebogen am Ende. Dann hat man das Geschehen vor Augen und es ist noch alles präsent. Und Sie haben am Ende der Unterrichtsstunde auch die Datenerhebung bereits „im Kasten“.

·       Überfrachten Sie dabei bestehende Aktivitäten nicht: Wenn die Themenliste für die pädagogische Konferenz/den Elternabend sehr lang ist, das Programm der Veranstaltung mit regionalen Kooperationspartner/innen voll, das fachübergreifende Schulprojekt oder die Unterrichtsstunde bis ins Letze durchgeplant sind: dann suchen Sie sich besser eine andere Möglichkeit für Ihre Datenerhebung.

2) Vergessen Sie nicht, alle Betroffenen und Beteiligten rechtzeitig zu informieren. Niemand wird gerne überrumpelt und Sie brauchen ja den guten Willen derjenigen, die mitmachen sollen. Außerdem ist Transparenz ein Gebot der Fairness.

Während die Erhebungsphase in der Planung natürlich im Mittelpunkt steht, dürfen aber Vor- und Nacharbeiten nicht vergessen werden:

3) Wenn Sie z.B. Erhebungsinstrumente neu entwickeln oder anpassen müssen, dann ist das auch in der Zeit- und Ressourcenplanung zu berücksichtigen. Dazu kommt eventuell auch noch eine Feedbackschleife, um die Instrumente mit anderen abzustimmen.

In manchen Fällen ist es auch notwendig, denjenigen, die die Erhebung durchführen, eine Einführung zu geben oder für sie eine Schulung zu organisieren.

4) Besonders wichtig ist es, die Auswertung sowie die Umsetzung mitzudenken. Sie sind im SQA-Modell deshalb eigene Phasen, die sie von Anfang an mitplanen sollten.

Überlegen Sie auch, ob Sie, im Sinne der Nützlichkeit von Evaluationsbefunden, Fragen nach konkreten Vorschlägen für Verbesserungen oder auch allgemeine Ideen für die Zukunft in Ihre Befragungen aufnehmen.


Last modified: Wednesday, 24 February 2016, 3:45 PM