Checkliste: Wie wird Evaluation seriös und erfolgreich

Wozu, von wem und was evaluiert wird – in jedem Fall muss Evaluation selbst Qualitätsstandards genügen, will sie wegweisend sein für die künftige Entwicklung, will sie von den Beteiligten akzeptiert und vom Umfeld der Schule ernst genommen werden. Je seriöser die Evaluation, desto größer die Freude der Beteiligten am Erfolg, desto größer wohl auch ihre Bereitschaft, Impulse aufzunehmen, Schlussfolgerungen zu ziehen, Kurskorrekturen einzuleiten.

Aus bisherigen Erfahrungen und Forschungsergebnissen ergibt sich eine Reihe von bewährten Qualitätsstandards für Evaluation (mehr dazu hier); sie werden in diesem Kapitel sowie in den folgenden ausführlich dargestellt. viele von ihnen gelten auch für die Arbeit am Entwicklungsplan bzw. für Qualitätsentwicklung insgesamt.

Es lohnt sich, sie sich zu eigen zu machen und das eigene Vorgehen immer wieder von neuem zu hinterfragen. Nur dann können die Beteiligten auch argumentieren, warum sie Evaluation überhaupt bzw. so und nicht anders betreiben.

Hier nun eine „Checkliste“ als Zusammenfassung:

Wesentlich für seriöse und erfolgreiche (Selbst-)Evaluation sind vor allem …

·       einsichtige Gründe und spürbare Folgen

Evaluation ist nicht Selbstzweck, sie zielt auf eine positive Beeinflussung der Praxis in wesentlichen Bereichen schulischen Lebens ab. Der Umgang mit Daten und Ergebnissen ist darauf abgestimmt. Eine übersichtliche Ergebnis­darstellung sorgt für größere Nachhaltigkeit. Sie reflektiert auch Qualität und Auswirkungen des Evaluationsvorhabens auf das Schulgeschehen.

·       ein positiver Ansatz

Die Weiterentwicklung von Qualität steht im Vordergrund der Bemühungen. Sie braucht Vertrauen in eigene Stärken und bisher Geleistetes, ohne dabei schönfärberisch zu sein.

·       relevante Fragestellungen und Kriterien

Bedeutsamkeit und Zielgenauigkeit der Fragestellungen werden von den Beteiligten anerkannt, Kriterien und Indikatoren sind bereits vorab definiert. Auch die inhaltlichen Grenzen der Untersuchung werden sichtbar gemacht.

·       wirksame Methoden und Instrumente

Sie entsprechen der Fragestellung und Zielgruppe, orientieren sich an Handhabbarkeit und Angemessenheit. Methodenvielfalt erhöht die Aussagekraft der Daten. Was die verwendeten Instrumente und Methoden nicht leisten können, ist ebenfalls klargestellt.

·       ein multiperspektivischer Ansatz

Rückmeldungen von außen sind grundsätzlich bereichernd und schützen vor Betriebsblindheit. Es ist aber durchaus verständlich, wenn Lehrer/innen und Schulleiter/in Evaluationsvorhaben zunächst im „inneren Kreis“ behandeln wollen – vor allem dann, wenn solche Maßnahmen noch wenig Tradition an der Schule haben. Auf längere Sicht führt aber kein Weg daran vorbei, die Schulpartner/innen in sinnvoller und angemessener Weise in das Vorhaben einzubeziehen. Nur so entsteht “Ownership“ für die ganze Schule. Und dann sollte es auch kein Problem mehr sein, Außenstehende (z. B. Expert/innen, Absolvent/innen) als „kritische Freund/innen“ für eine Rückmeldung einzuladen

·       klare Verantwortlichkeiten und Entscheidungsstrukturen

Wer wofür verantwortlich ist, was bis wann zu geschehen hat und wer welche Entscheidungen trifft, ist in einem klaren und verbindlichen Evaluationsplan festgehalten.

·       machbare Pläne und gesicherte Rahmenbedingungen

Die vorhandenen Ressourcen (Personal, Qualifikationen, Zeit, Geldmittel) stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zu Aufwand und Nutzen der Untersuchung. Mit KIS („keep it simple“) ist man oft gut beraten!


Last modified: Tuesday, 23 February 2016, 2:19 PM