Evaluation ist Teil des Qualitätsentwicklungsprozesses

Evaluation findet nicht im „luftleeren“ Raum statt.

Sie ist immer in einen Handlungszusammenhang eingebunden. Das mag banal klingen, ist es aber nicht. Immer wieder werden Evaluationen als „Einzelaktivitäten“ durchgeführt, die wenig bis gar nichts mit dem zu tun haben, was sich sonst tut. Entsprechend werden sie auch wenig beachtet und genutzt. Viel Lärm um nichts also. Das ist schade und gilt es zu verhindern, schließlich steckt man einiges an Zeit und Energie in eine Evaluation, dies soll nicht vergebens gewesen sein.

Wie kann die Einbettung gelingen?

Für die Qualitätsentwicklung an Schulen gibt die Qualitätsspirale (manchmal auch – weniger dynamisch – als „Qualitätskreislauf“, „Demingkreis“ oder „PDCA-Zyklus“ bezeichnet) Orientierung: Jedes Entwicklungsvorhaben – ob auf Schulebene oder auf der Ebene von Teams oder einzelnen Lehrkräften – wird systematisch geplant, durchgeführt, evaluiert und dann verbessert und/oder weiterentwickelt. (Die Qualitätsspirale ist daher auch verbindliche Grundstruktur der Entwicklungspläne.) Evaluation als Element auf dem Weg zur Qualitätsentwicklung verfolgt daher immer eine positive Absicht.


Evaluation nimmt hier eine wichtige Rolle ein, um das aktuelle Tun kritisch zu überprüfen und Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. „Handlungsstrang“ und „Evaluationsstrang“ sind daher im besten Fall miteinander verwoben. Das hat vielfältige Auswirkungen sowohl auf das Handeln als auch auf die Evaluation:

·       Es bedeutet vor allem, dass Evaluation nicht das sein kann, was „irgendwann am Ende“ kommt und worüber man sich vorerst einmal keine Gedanken zu machen braucht. Im Gegenteil, die Evaluation muss bereits mitbedacht werden, wenn ein Vorhaben geplant wird, ganz gleich, ob es sich um ein großes Schulentwicklungsprojekt handelt oder um die nächste Unterrichtsstunde.

·       Es bedeutet auch, dass ich mir bereits bei der Entwicklung von Zielen (für mein Schulentwicklungsprojekt, für meine nächste Unterrichtsstunde) überlege, wie ich diese in der Evaluation überprüfen kann.

·       Es bedeutet, dass ich die Evaluation gezielt ausrichten muss auf meinen „Handlungsstrang“, d.h. das Vorhaben, das ich evaluieren möchte. Evaluation ist also an die jeweilige(n) Fragestellung(en) angepasst und sozusagen „maßgeschneidert“.

·       Und es bedeutet im Idealfall, dass ich bereits zu Beginn des Vorhabens auch einen Plan für die Evaluation habe und begleitend Daten erhebe und auswerte. Damit kann ich gegen Ende bereits datenbasierte Einschätzungen zu meinem Vorhaben treffen und die nächsten Schritte planen.

(Ganz nebenbei ist es meistens auch viel einfacher und weniger aufwändig, die Evaluation begleitend durchzuführen – man spart also Zeit und Nerven. Und manchmal können Daten überhaupt nur im Prozess erhoben werden. Dazu mehr in den nächsten Kapiteln).


Last modified: Friday, 4 March 2016, 10:45 AM