Evaluationszwecke: Wozu wird evaluiert?

Evaluation kann verschiedenen Zwecken und Auftraggeber/innen dienen; sie kann den Entwicklungsgedanken voranstellen oder auf Kontrolle abzielen (oder sogar beides auf einen Nenner bringen wollen).

Sie kann

·     formativ, also prozessbegleitend und entwicklungsunterstützend, oder

·     summativ, d.h. bilanzierend und im Nachhinein,

erfolgen.

 

Evaluationslandkarte nach John Nisbet

 

Evaluation soll Entwicklungen anstoßen und begleiten

Für die Evaluation in SQA steht v.a. der formative, d.h. entwicklungsorientierte Ansatz im Zentrum: Evaluation soll dazu beitragen, Schule und Unterricht weiterzuentwickeln. Sie wendet sich daher hauptsächlich an die Schule selbst, d.h. v.a. an das Kollegium und natürlich die Schulleitung.

Formative Evaluation wird im Schulbereich daher oft als Selbstevaluation oder interne Evaluation durchgeführt: Die Verantwortung sowie die Durchführung und der Umgang mit Ergebnissen liegen bei der Schule oder – im Falle der Selbstevaluation von Unterricht – bei den beteiligten Lehrkräften.

Evaluation soll helfen Schul- bzw. Unterrichtsqualität sichtbar zu machen

Andererseits kann Evaluation auch dazu genutzt werden, um Bilanz zu ziehen und Rechenschaft abzulegen über die Qualitäts(vor)sorge an der Schule. Dies kann zu regelmäßigen Zeitpunkten erfolgen, am Ende eines Projekts oder auch im Falle einer Nachfrage, z.B. von Eltern, Schulaufsicht oder anderen externen Stakeholdern. Es ist diese Art von Evaluation, in der die Bewertungsfunktion von Evaluation für die meisten am klarsten zutage tritt.

Solche Evaluationen zur Rechenschaftslegung können extern veranlasst und durchgeführt werden, dies ist aber im Schulbereich nur selten der Fall. Hier werden eher intern durchgeführte Evaluationen (auch) für summative Zwecke genutzt; aus Sicht der Rechenschaftslegung kommt es dabei vor allem darauf an, ob/wie seriös die interne Evaluation durchgeführt wurde. Jedenfalls ist darauf zu achten, dass die (behördliche) Beurteilung und Maßnahmen der (Selbst-)Evaluation voneinander getrennt werden, um ein ehrliches (statt einem vorgetäuschten) Bemühen um die Einschätzung der Qualität von Schule und Unterricht zu erreichen.

Evaluation soll Wissen generieren

In jedem Fall geht es in Evaluation darum, etwas „herauszufinden“, d.h. Wissen zu generieren, das für die weitere Arbeit genutzt werden kann. Gerade im Bereich des Unterrichts bedient sie sich der Aktionsforschung und hilft die eigene professionelle Tätigkeit besser zu verstehen.

„Knackpunkte“ erforschen: Evaluation eignet sich insbesondere auch dazu, „Knackpunkte“ von Schule und Unterricht zu erforschen, also Themen, die ein wichtiges Anliegen sind und zu denen Informationen nicht offen zutage liegen, es also ein systematisches und datenbasiertes Vorgehen braucht, um sie zu ergründen.

Neues erfahren: Schließlich kann Evaluation Neues und vielleicht sogar Unerwartetes zutage bringen. Um zu neuen Informationen und Einsichten zu kommen, braucht es Neugierde und Offenheit, sich darauf einzulassen, Neuland zu betreten und Unübliches zu erproben.

 


Last modified: Friday, 19 February 2016, 7:02 PM