Gegenstände von Evaluation: Was kann evaluiert werden?

Grundsätzlich kann alles, was mit Schule und Unterricht zu tun hat, einer Evaluation unterzogen werden. Hier werden nun einige nützliche Unterscheidungen präsentiert. Sie sollen helfen, Klarheit über das eigene Tun zu bekommen – als Basis für eine qualitätvolle Planung und Durchführung, aber auch um die Auseinandersetzung mit Erwartungen und Ansprüchen der verschiedenen Betroffenen und Beteiligten zu erleichtern.

Schulebene und individuelle Ebene

Evaluation kann erfolgen

·       auf Schulebene: die ganze Schule oder größere Teile davon sind betroffen oder

·       auf individueller Ebene: der Unterricht einzelner Lehrkräfte/Teams ist Gegenstand.

Wenn Evaluation im Zusammenhang mit dem Entwicklungsplan erfolgt, betrifft sie oft die gesamte Schule oder größere Teile davon. Unterfüttert werden sollte diese Evaluation jedoch auch durch Selbstevaluation von Lehrkräften und Teams, insbesondere als Evaluation des Unterrichts.

Je nach Gegenstand, Umfang und Initiator/innen der Evaluation ergeben sich unterschiedliche Herausforderungen: Bei der Selbstevaluation einzelner Lehrkräfte (z.B. durch Individualfeedback) stellt sich die Frage, wie dies anerkannt und über den Kreis der direkt Beteiligten hinaus bzw. für die Schule als Ganzes genutzt werden kann. Bei der Evaluation auf Schulebene muss sichergestellt werden, dass die Evaluation nicht die Sache einiger weniger bleibt, sondern über Schulleitung, Schulkoordinator/in und ev. Qualitätsteam hinaus das gesamte Kollegium anspricht.

Qualitätsbereiche

Evaluation kann einzelne Qualitätsbereiche in den Blick nehmen oder ein Gesamtbild geben. Meist empfiehlt es sich jedoch, nicht allzu breit zu evaluieren, sondern eher einzelne Qualitätsbereiche in den Blick zu nehmen, um die Evaluation nicht zu überfrachten und „Datenfriedhöfe“ zu kreieren. Auch in den Entwicklungsplänen konzentriert sich die Schule ja auf zwei Qualitätsbereiche.

In SQA stehen die Qualitätsbereiche 1 „Lernerfahrungen und Lernergebnisse“ und 2 „Lernen und Lehren“ im Mittelpunkt, auf sie sollte in der Evaluation in jedem Fall Bezug genommen werden. Auch der selbst gewählte Entwicklungsschwerpunkt ist ein wichtiger Ausgangspunkt für Evaluation.

Die Auswahl der Qualitätsbereiche wird auch davon bestimmt, ob sich die Evaluation eher

·       mit den Voraussetzungen und Rahmenbedingungen (Kontext),

·       mit den Prozessen an der Schule – mit Fokus auf das Lernen und Lehren – ,

·       mit den Lernergebnissen (Output) oder

·       mit langfristigen Wirkungen (Outcome) beschäftigen soll.

Situationsanalyse oder Evaluation von Veränderungen

Schließlich kann man unterscheiden zwischen

·     Evaluation als Situationsanalyse/Bestandsaufnahme zu Beginn eines Entwicklungsprozesses und der

·     Evaluation von Maßnahmen und den Veränderungen/Wirkungen, die diese (hoffentlich) zeigen.

Für SQA ist beides wichtig und sowohl für die Evaluation auf Schulebene relevant, als auch für die Unterrichtsevaluation einzelner Lehrkräfte oder Teams. Im Normalfall folgt auf eine Ist-Analyse eine Entwicklungsphase, die nach einiger Zeit ihrerseits evaluiert wird. Es kommt also zu einem zyklischen, (iterativen) Vorgehen: einem Kreislauf, einer Qualitätsspirale. Mehr dazu hier

Für die Evaluation von Schulentwicklung spielen in SQA die Entwicklungspläne eine zentrale Rolle. Sie beginnen mit einem Rückblick und einer Ist-Analyse zum jeweiligen Thema. Dazu bedarf es einer ersten Evaluation, die die Bestandsaufnahme mit Daten (erhobenen und vorhandenen) unterfüttert. Sie ist auch die Basis für einen Ist-Soll-Vergleich zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Ist-Analyse eignet sich besonders zur (ersten) Orientierung: In welchen Bereichen bzw. wo in einem größeren Bereich gibt es auffällige Ergebnisse, die möglicherweise auf besondere Stärken/Schwächen hinweisen? Eine Bestandsaufnahme kann in der Folge vertiefende Untersuchungen nach sich ziehen. Sie eignet sich auch gut als Datenbasis für Zeitvergleiche. Je nach Thema und Fragestellung(en) kann sich die Bestandsaufnahme auf einzelne Personen, Gruppen, Teams, Klassen, Jahrgänge, Abteilungen oder die ganze Schule beziehen. Sie soll nach Möglichkeit multiperspektivisch angelegt sein (d.h. also möglichst auch eine Außensicht einbeziehen).

Gibt es erste Entwicklungs(fort)schritte, sind die Maßnahmen zu überprüfen: ob die Bemühungen tatsächlich erfolgreich sind; ob die gewünschte Richtung stimmt; ob die Dosierung passt; und ob der Plan sinnvoll war.

Im Unterschied zur Ist-Analyse braucht es dazu eine Evaluation von Veränderungen, es geht also um einen Vergleich zwischen dem Stand zu Beginn des Entwicklungsprozesses und dem aktuellen Status quo bzw. zwischen dem gewünschten Ziel und dem tatsächlich Erreichten. Dies hat Auswirkungen auf das Design und Methoden einer Evaluation, die nun Veränderungen (oder deren Ausbleiben) nachzeichnen muss.

Gleiches gilt für die Evaluation von Unterrichtsentwicklung. Auch hier versuchen einzelne Lehrkräfte oder Teams zuerst den Stand der Dinge durch eine Ist-Analyse genauer zu fassen. Die aus dieser Bestandsaufnahme entwickelten Maßnahmen werden dann ihrerseits evaluiert, um zu sehen, ob man damit dem gewünschten Ziel näher gekommen ist.


Last modified: Friday, 19 February 2016, 7:00 PM