Checkliste: Wie beginnen?

Wer evaluiert was, wozu, wie, wann und wo? Diese so genannten „W-Fragen“ sind eine einfache, aber sehr wirksame Einstiegshilfe, wenn es darum geht, eine Evaluation zu planen.

Wozu?

Bereits vor Beginn der Evaluation muss klar sein, welche Absichten mit der Überprüfung einer konkreten Maßnahme verbunden sind und welchen Nutzen der/die Auftraggeber/in (die Schule, ein Team, eine einzelne Lehrkraft …) davon haben. Die Klärung der Frage, was mit den Daten und Ergebnissen geschieht, steht mit der Funktion der Evaluation in direktem Zusammenhang.

Was?

Der Gegenstand der Überprüfung sollte so präzise wie möglich formuliert werden; dabei kann es hilfreich sein, ihn in Frageform zu fassen („Werden an unserer Schule sinnvolle und adäquate Unterrichtsmethoden eingesetzt?”). Davon ausgehend werden Kriterien („Worin äußern sich sinnvolle und adäquate Unterrichtsmethoden?”) und Indikatoren („Woran werden wir erkennen, dass es der Fall ist?”) definiert. In den meisten Fällen empfiehlt es sich, die Kriterien (Beurteilungsmaßstäbe) vorab gemeinsam zu definieren, weil dies die Akzeptanz der Ergebnisse erhöht. Dabei sollte nach Möglichkeit der wissenschaftliche Erkenntnisstand im jeweiligen inhaltlichen Feld berücksichtigt werden (siehe auch die sechs Qualitätsbereiche in SQA).

Wer?

Auch muss vor Beginn der Aktivitäten klar sein, wer der/die Auftraggeber/in der Evaluation ist (in engem Zusammenhang damit stehen der Zweck und der Umgang mit den Daten/Ergebnissen), wer die beteiligten bzw. betroffenen Personen sind, wer wofür verantwortlich ist, und wie bzw. von wem welche Entscheidungen getroffen werden. Diese Klärungen sind nicht immer ganz einfach, lohnen sich aber; offen Gebliebenes holt einen unweigerlich im Laufe des Prozesses ein!

Wie?

Bei der Entscheidung für bestimmte Methoden und Instrumente wird vor allem auf Funktion und Gegenstand der Überprüfung, auf die jeweilige Zielgruppe sowie auf Machbarkeit und Angemessenheit zu achten sein: Umfang und Präzision der Evaluation sollten primär zweckorientiert sein, ohne deshalb unseriös zu werden. Die Einbeziehung einer Außensicht ist prinzipiell sinnvoll und notwendig, aber auch Phasen interner Reflexion sind wichtig. – Wer den Ursachen eines Phänomens auf die Spur kommen will, also an einer bestimmten Stelle in die Tiefe gehen möchte, wird mit geschlossenen Fragen (Ja/Nein-Antworten) vermutlich nicht sehr weit kommen. Und wer sich für den Einsatz eines Fragebogens entscheidet, wird andere Ergebnisse erhalten als jemand, der Gruppeninterviews durchführt. Nicht alle Verfahren sind für alle Altersgruppen geeignet; kreativ-spielerische Zugänge brauchen besonders viel gegenseitiges Vertrauen, Akzeptanz und Einfühlungsvermögen.

Wann?

Dauer und Ende der Untersuchung sind festgelegt, die Zielerreichung ist inhaltlich definiert („Bis … wollen wir Folgendes erreicht haben: …”) und möglichst auch mit einem vereinbarten Ereignis verknüpft (z. B. Präsentation bei einer pädagogischen Konferenz, bei einem Festakt). Bei umfangreicheren Evaluationen erscheint es sinnvoll, Etappenziele (Meilensteine) zu definieren und ihre Erreichung sichtbar zu machen. Derlei Markierungen tragen dazu bei, dass die Untersuchungen nicht im Sande verlaufen und zu konkreten Ergebnissen führen.

Wo?

Diese Frage bietet noch einmal die Gelegenheit, über den Umfang des geplanten Vorhabens nachzudenken („Wo überall wollen wir unsere Nachforschungen anstellen?”), vor allem aber, notwendige bzw. günstige Ortswechsel ins Auge zu fassen. Dies beinhaltet technische (Transport, Räumlichkeiten), rechtliche (z. B. Aufsichtspflicht), aber auch psychologische Aspekte: Ein pädagogischer Tag außerhalb der Schule kann es den Beteiligten etwa erleichtern, zum eigenen Tun in Distanz zu treten, kann die Bereitschaft erhöhen, über Neuerungen nachzudenken. 


Last modified: Friday, 19 February 2016, 1:44 PM