Wer evaluiert? Mit wem? Wer soll die Ergebnisse erhalten und nutzen?

Hier geht es darum, wer die Evaluation durchführt, wer daran beteiligt ist und wer mit den Ergebnissen weiterarbeiten soll. Nun der Reihe nach:

Wer evaluiert?

Evaluationen in SQA werden meist von Lehrkräften unter Federführung oder mit Unterstützung der Schulleitung und der SQA-Schulkoordinator/innen an der Schule durchgeführt. Bei Evaluationen, die die ganze Schule (oder Teile davon) betreffen, sollte das Evaluationsteam möglichst im Auftrag der Schulpartner/innen handeln, also von Schulleitung, Kollegium, Schüler/innen- und Elternvertretung.

Wichtig ist zu überlegen, ob eine externe Unterstützung notwendig ist – z.B. weil eine Fragestellung eine externe Sicht verlangt oder weil auf diese Weise Evaluations-Know-How eingebracht werden soll. Neben Wissenschafter/innen können das auch kritische Freund/innen aus dem Umfeld der eigenen Schule sein oder entsprechend ausgebildete Kolleg/innen (Peers) aus anderen Schulen.

Schließlich gibt es auch die Möglichkeit, Schüler/innen eine Evaluation (oder Teile davon) selbst durchführen zu lassen – unter fachlicher Supervision von Lehrkräften oder externen Expert/innen. Ein Beispiel dafür finden Sie hier.

Zu Evaluationsarten siehe hier mehr.

Mit wem wird evaluiert?

Dies sind nun die Personen aus der Schule oder dem Umfeld der Schule, die aus verschiedenen Gründen in die Evaluation einbezogen werden müssen – sei es, dass sie wichtige Perspektiven einbringen, sei es, dass sie von der Evaluation betroffen sind und sie mittragen sollen. Es handelt sich dabei um die so genannten Betroffenen und Beteiligten – oder Neudeutsch: die Stakeholder.

Mehr dazu unter dem Stichwort Partizipation und Vertrauen, Kapitel 2. Dort finden Sie auch eine (nicht abschließende) Liste der wichtigsten Stakeholder für Evaluationen an Schulen.

Wenn Sie im Rahmen Ihres Entwicklungsplans oder eines schulischen Vorhabens evaluieren, werden Sie vermutlich bereits bei der Maßnahmenentwicklung eine Umfeldanalyse durchgeführt haben, um alle Personen(gruppen) zu identifizieren, die Sie für die Umsetzung Ihres Vorhabens brauchen. Das sind für gewöhnlich auch die Personen, die in die Evaluation einzubeziehen sind. Als Check empfiehlt es sich, zu Beginn der Evaluation im Team noch einmal eine kurze Umfeldanalyse vorzunehmen – um sicherzugehen, dass man alle berücksichtigt, die berücksichtigt werden müssen.

Zur Bestimmung relevanter Personenkreise siehe Verfahrensvorschlag „Beteiligte einbeziehen“.

Wer soll die Ergebnisse erhalten und nutzen?

Der Umgang mit Daten und Ergebnissen muss frühzeitig ausdiskutiert werden. Besteht Unklarheit über die Datenhoheit, kann es sonst im Evaluationsverlauf zur Verunsicherung der Beteiligten und zu Konflikten kommen. Die Entscheidung ist situativ für die jeweilige Evaluation zu treffen. Als Faustregel gilt jedoch im Sinne von Fairness und Transparenz, dass alle Personen, die an der Evaluation beteiligt waren – als Durchführende oder als Feedback-Gebende – Rückmeldung zu den Auswertungsergebnissen erhalten, z.B. in Form einer Zusammenfassung. (Das kann bedeuten, muss es aber nicht, dass diese Personengruppen auch an der Interpretation und den Schlussfolgerungen aus der Evaluation beteiligt sind. Mehr zur Auswertung finden Sie hier.) Für die Evaluation auf Schulebene werden die Ergebnisse für gewöhnlich den Schulpartner/innen zur Verfügung gestellt; die Ergebnisse einer von Lehrkräften initiierten und durchgeführten Unterrichtsevaluation bleiben bei den Betroffenen, außer es ist mit ihrem expliziten Einverständnis etwas anderes vereinbart worden.

Wer die Ergebnisse nutzen soll, hängt direkt mit der Datenhoheit zusammen. Die Perspektive der „Nützlichkeit“ und der „Nutzung“ von Evaluation – und Evaluation soll ja Nutzen bringen – ist jedoch vermutlich eher ungewohnt. Sie bedeutet gerade bei formativen, entwicklungsorientierten Evaluationsvorhaben, dass sich die Ergebnisse gezielt an Personen richten, die dann auch dafür verantwortlich sind, dass die Evaluation positive Folgen für die Schule bzw. den Unterricht zeigt. Aus der Forschung ist bekannt, dass Ergebnisse v.a. dann genutzt werden, wenn 1) bereits zu Beginn feststeht, wer mit den Ergebnissen weiterarbeiten soll und 2) diese Personen(gruppen) ihre eigenen Fragestellungen einbringen können. Dies unterstreicht noch einmal die bereits öfter wiederholte Empfehlung, gerade in den Anfangsschritten der Evaluation (und dann auch in der Auswertung) gezielt möglichst alle bedeutsamen Personen aktiv mitzunehmen.

 



Last modified: Monday, 20 November 2017, 9:07 AM