Was? – Evaluationsgegenstand näher bestimmen und Fragestellungen entwickeln

Wenn die Entscheidung für eine Evaluation gefallen ist, muss der Evaluationsgegenstand näher definiert werden. Also: Was genau wollen wir evaluieren? Mehr dazu finden Sie hier.

Vom Evaluationsgegenstand zu den Fragestellungen

Sobald der Evaluationsgegenstand eingegrenzt ist, gilt es Evaluationsfragestellungen zu entwickeln. Sie beziehen sich auf die Ziele, die für den ausgewählten (Qualitäts)Bereich oder das Vorhaben bedeutsam sind. Es empfiehlt sich, hier noch einmal nachzuhaken: Was genau wollten wir erreichen? Wie wollten wir das erreichen? In welcher Weise sollten Maßnahmen ihre Wirkung entfalten?

Die Evaluationsfragestellungen helfen die Evaluation zu fokussieren und handhabbar zu machen. Sie greifen bestimmte Aspekte auf, die wichtig erscheinen. Sie konkretisieren das Vorhaben, befinden sich aber noch auf einer allgemeineren Ebene als die Erhebungsinstrumente (sind also nicht zu verwechseln mit den Fragen, die in der Erhebungsphase in Fragebögen und Interviews gestellt werden):

·         Sie können aus geschlossenen Fragen bestehen, wenn es in der Evaluation z.B. hauptsächlich um die Frage der Zielerreichung geht: Haben wir Ziel xy erreicht?

·         Oder sie können offen(er) sein: In welchem Ausmaß haben wir Ziel xy erreicht? Wie sind wir dabei vorgegangen? Was war besonders erfolgreich? Was war hinderlich? Was sollten wir in Zukunft beibehalten? Was sollten wir ändern?

Will man die Evaluation nutzen, um mehr zu erfahren über die eigene Schule, den Unterricht, vielleicht sogar um Knackpunkte anzugehen, sollte man offene Fragen stellen, da nur sie die gewünschten Informationen liefern können.

Größere Gruppe einbeziehen

Gerade für die Entwicklung von Evaluationsfragestellungen ist es hilfreich, eine größere Gruppe einzubeziehen, um die verschiedenen Perspektiven und Interessen einzufangen. Es kann dies also z.B. in der oben genannten Auftaktkonferenz passieren. Eingebunden werden sollten auf jeden Fall alle Personen, die in Phase 4 an der Umsetzung mitarbeiten sollen. (Im Evaluationsjargon sind dies die „intendierten Nutzer/innen“ der Evaluation.)

Es sollte in dieser Phase ausreichend Zeit vorgesehen werden, um nichts Wichtiges zu übersehen und eine sorgfältige Auswahl der Fragestellungen zu treffen: Weniger ist hier meist mehr.

Eine wichtige Leitfrage, um in einem ersten Brainstorming (offene) Fragestellungen zu generieren, ist: „Was wollen oder müssen wir über xxx (den Gegenstand) wissen?“ und weiter präzisiert durch ein: „Was genau interessiert uns?“ Mit diesen Fragen wird sichergestellt, dass die Evaluation für die beteiligten Lehrer/innen tatsächlich Sinn macht und Nutzen stiftet – und nicht zu einer formalen, aber inhaltlich bedeutungslosen „Pflichtübung“ wird.

 


Last modified: Friday, 19 February 2016, 1:38 PM