Die Wahl des passenden Einstiegs

Der Anfang ist entscheidend: Wie etwas beginnt und wer daran beteiligt ist, beeinflusst das Ergebnis eines Prozesses in hohem Grade. Was ist nun der „richtige“ Einstieg in die Evaluation? Die Antworten werden von Fall zu Fall verschieden sein; es gibt keine Patentrezepte für gelungene Anfänge. Wichtig ist, dass diese Phase nicht übersprungen wird – auch wenn es manchmal attraktiv erscheinen mag, gleich mit der Datenerhebung zu beginnen.

Betroffene und Beteiligte „abholen“

Eine Evaluation ist ein heikles Thema, denn es geht dabei immer auch um Bewertung. Daher ist es besonders wichtig, vorher gründlich zu überlegen, wer wann wie in das Vorhaben einbezogen werden soll. Das bedeutet nicht nur, den Personenkreis zu definieren, von dem Informationen und Daten erhoben werden sollen, sondern auch festzumachen, welche Personen oder Gruppen etwas zum Gelingen oder Scheitern des Projektes beitragen können – und dies strategisch zu berücksichtigen. Es empfiehlt sich also, bereits in dieser Phase Beteiligte und Betroffene einzubinden, Interessen abzufragen und mögliche Ängste anzusprechen.

Eine gute Möglichkeit, um Beteiligte und Betroffene zu eruieren, ist die Umfeld-Analyse (UA). Einen Verfahrensvorschlag, den Sie für die Evaluation nur leicht anpassen müssen, finden Sie im Bereich Schulentwicklung mit EP: Beteiligte und Betroffene einbeziehen.

Gemeinsam beginnen

Es hat sich bewährt eine Evaluation gemeinsam zu beginnen, d.h. zum Beispiel im Rahmen einer pädagogischen Konferenz oder eines eigenen Evaluationsworkshops. Dieser gemeinsame Auftakt kann dazu genutzt werden, grundlegende Fragen zu klären und wichtige Parameter der Evaluation zu entwickeln und auszuhandeln. Das erzeugt Motivation zur Teilnahme, beugt späteren Konflikten vor und schafft Vertrauen. Und ist die Grundlage dafür, dass grundlegende Beschlüsse zur Evaluation gemeinsam, am besten mit den schulpartnerschaftlichen Gremien, getroffen werden.

Für den Fall, dass die Schulleitung, der/die SchulkoordinatorIn und/oder ein Qualitätsteam bereits Vorbereitungen getroffen haben, kann darauf zurückgegriffen werden. Das ist v.a. dann sinnvoll, wenn nicht ausreichend Zeit verfügbar ist, um alle Fragen im Plenum zu besprechen oder wenn bestimmte Weichenstellungen bereits vorgegeben sind. Die Auftaktveranstaltung sollte dann auf jeden Fall dazu dienen, alle betroffenen Lehrer/innen gründlich über das Evaluationsvorhaben zu informieren und ausreichend Zeit für Rückfragen und Diskussion zu lassen: Was hier nicht angesprochen und „versorgt“ wird, macht sich unweigerlich zu einem späteren Zeitpunkt bemerkbar.

Last modified: Monday, 20 November 2017, 8:48 AM