Qualitätsbereich 6: Schulpartnerschaft und Außenbeziehungen

Hintergrund
Durch eine aktive Gestaltung von Schulpartnerschaft und Außenbeziehungen sollen die Schulpartner eingebunden, das Umfeld informiert und Potentiale zur Unterstützung der Schule entdeckt und gepflegt werden.

Im österreichischen Schulrecht sind explizit Mitwirkungsrechte der Schulpartner bei einer Reihe schulischer Entscheidungen vorgesehen. Doch auch über das gesetzlich vorgesehene Minimum hinaus tun Schulen gut daran, aktiv ihre Beziehungen zu den unterschiedlichen Akteuren in ihrer Umgebung – zur Gemeinde, zu den Vereinen und Institutionen usw. – zu pflegen: Die Umgebung der Schule ist nicht nur primäres Erfahrungsfeld für Schüler/innen, sondern kann auch zur Quelle für Ideen, Unterstützung und Ressourcen werden, die der weiteren Entwicklung der Schule nützlich sein können.

Zur Elternarbeit auf Klassenebene, die Eltern/Erziehungsberechtigten über schulische Vorgangsweisen informieren, ihre Anliegen hören und sie in eine Lern- und Erziehungspartnerschaft mit der Schule einbinden wollen, finden sich in der Zwischenzeit schon zahlreiche Hinweise (siehe Brandau, H./Pretis, M. 2008ff). Auf Schulebene geht es auch um wichtige Entscheidungen für die Weiterentwicklung der Schule, aber auch um die Aktivierung und Bündelung von Kräften, Ressourcen und Interessen der Schule und ihrer Bezugsgruppen für solche Vorhaben.

Nicht nur bei öffentlichen Pflichtschulen, bei denen in der Regel die Gemeinde als Schulerhalter fungiert, ist der Kontakt zur Gemeinde und zu anderen Akteuren in der Umgebung wichtig. Die Pflege der Außenbeziehungen ist auch für die öffentliche Wahrnehmung der Schule in der Region wichtig; ihre Sichtbarkeit verhilft ihr zur Unterstützung ihrer Anliegen und Entwicklungsvorhaben durch die Bezugsgruppen der Umgebung. Einzelpersonen, Einrichtungen, Vereine und Betriebe in der näheren Umgebung können zusätzliche Impulse für den Unterricht bringen (z.B. Zeitzeugen, Exkursionen, Praktika, gemeinsame Projekte mit Vereinen). Bei größeren Vorhaben der Schulentwicklung können sie mit Ideen und Ressourcen dienlich sein.

Vor allem Schulen der Sekundarstufe II versuchen durch Absolventenvereine, Kontakt zu ehemaligen Schüler/ innen zu halten. Ihre Berufslaufbahnen können Anhaltspunkte für Zukunftsüberlegungen von Schüler/ innen bieten; ihre Loyalität zur Schule kann bei Entwicklungsvorhaben oder bei der Organisation von Veranstaltungen hilfreich sein.

Mehr:

  • Brandau, H.; Pretis, M. (2008): Professionelle Arbeit mit Eltern. Arbeitsbuch 1: Grundlagen. Innsbruck: StudienVerlag.
Last modified: Wednesday, 31 October 2012, 9:59 PM