Qualitätsbereich 4: Führung und Schulmanagement

Hintergrund
Die Aufgaben von Schulleitung und Schulmanagement sind in den letzten Jahren u.a. durch die verstärkte Autonomisierung der einzelnen Schulen (siehe Hartmann, M./Schratz, M. 2009; TALIS 2008; Schmich, J./Breit, S. 2009) umfangreicher und anspruchsvoller geworden. Die Bedeutung des Schulmanagements und der dahinterstehenden Personen wurde in den letzten Jahrzehnten durch internationale Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit von Schulen bestätigt, die gezeigt haben, dass erfolgreiche und als ‚gut‘ eingeschätzte Schulen eine fähige Schulleitung haben (vgl. Huber 2008) und dass Schulleitung indirekt (z.B. über das Schulklima oder Unterrichtsorganisation) sogar einen Einfluss auf Schülerleistungen hat (siehe. Bonsen, M. et al. 2002).

Im Zuge der Weiterentwicklung der Schulmanagementforschung hat sich ein Verständnis von „Schulleitung“ herauskristallisiert, mit dem weniger die Tätigkeit einer Einzelperson verstanden wird, sondern das Insgesamt der Führungs- und Koordinationsaufgaben an einer Schule, an dem auch weitere Lehrpersonen (z.B. in Fachgruppen, als Projektverantwortliche, als Verantwortliche mit speziellen Qualifikationen und Aufgaben, als Schülerberater/in) in Konzepten ‚geteilter Führung’ mitwirken und Teilaufgaben übernehmen. Dies ist z.B. in Pflichtschulen auch im Rahmen von schulinterner Diensteinteilung absicherbar.

In der Qualitätsdimension Schulmanagement des Nationalen Qualitätsrahmens werden kurz drei zentrale Kernbereiche der Qualität von Leitung und Management einer Schule erläutert. Aus den Vorgaben des §56 des Schulunterrichtsgesetzes sind noch weitere Aufgaben und deren Zusammenhang zu weiteren Qualitätsdimensionen erkennbar. Die Vorgabe, dass „[d]er Schulleiter […] die Lehrer in ihrer Unterrichts- und Erziehungsarbeit (§ 17) zu beraten und sich vom Stand des Unterrichtes und von den Leistungen der Schüler regelmäßig zu überzeugen“ (§ 65, 3) hat, beschreibt den Einfluss der Schulleitung auf die Dimensionen „Lernen und Lehren“ sowie die Dimension „Lernerfahrungen und Ergebnisse“. Absatz 2 desselben Paragraphen legt die Rolle der Schulleitung für die anderen Dimensionen fest:

(2) Der Schulleiter ist der unmittelbare Vorgesetzte aller an der Schule tätigen Lehrer und sonstigen Bediensteten. Ihm obliegt die Leitung der Schule und die Pflege der Verbindung zwischen der Schule, den Schülern und den Erziehungsberechtigten, bei Berufsschulen auch den Lehrberechtigten. Seine Aufgaben umfassen insbesondere Schulleitung und -management, Qualitätsmanagement, Schul- und Unterrichtsentwicklung, Führung und Personalentwicklung sowie Außenbeziehungen und Öffnung der Schule.

Diese Aufgaben werden in den Erläuterungen zur Änderung des Schulunterrichtsgesetzes näher beschrieben.

Mehr:

  • Bonsen, M. et al. (2002): Die Wirksamkeit von Schulleitung – Empirische Annäherungen an ein Gesamtmodell schulischen Leitungshandelns. Weinheim, München: Juventa.
  • Hartmann, M./Schratz, M. (2009): Schulautonomie in Österreich: Bilanz und Perspektiven für eine
  • eigenverantwortliche Schule. In: Specht, W. (Hrsg.): Nationaler Bildungsbericht Österreich 2009, Bd. 2., Graz: Leykam, S. 323-340.
  • Huber, S. G. (2008): Steuerungshandeln schulischer Führungskräfte aus Sicht der Schulleitungsforschung. In R. Langer (Hrsg.): Warum tun die das?’ Governanceanalysen zum Steuerungshandeln in der Schulentwicklung (S. 95-126). Wiesbaden: VS.
  • Schmich, J.; Breit, S. (2009): Schulleitung. Im Spannungsfeld zwischen pädagogischen und administrativen Aufgaben. In Schmich J./Schreiner, C. (Hrsg): TALIS 2008. Schule als Lernumfeld und Arbeitsplatz. Erste Ergebnisse des internationalen Vergleichs (S. 67–76). Graz: Leykam.
  • Schratz, M. (2009): Die Rolle der Schulleitung im österreichischen Schulwesen. Online-Kommentar zu Kapitel 6 aus Schmich, J./Schreiner, C. (Hrsg): TALIS 2008. Schule als Lernumfeld und Arbeitsplatz. Erste Ergebnisse des internationalen Vergleichs. Graz: Leykam.
Last modified: Wednesday, 31 October 2012, 9:58 PM