Qualitätsbereich 1: Lernerfahrungen und Lernergebnisse

Hintergrund
Die Qualität einer Schule zeigt sich letztlich daran, ob die Schüler/innen solche Lernerfahrungen machen, die ihnen erlauben, Identität und Selbstwertgefühl auszubilden und fachliche, überfachliche, soziale und persönliche Kompetenzen zur aktiven Teilhabe an Gesellschaft, Kultur und Beruf zu erwerben. Die fachlichen Leistungen, zu denen die Schule den Schüler/innen verhilft, waren immer ein zentraler Punkt der Aufmerksamkeit der Schulen und ihrer Beobachter/innen. Durch die internationalen Schülerleistungsuntersuchungen, die Vergleiche zwischen verschiedenen Schulsystemen angestellt haben, sind diese noch stärker in den Fokus geraten. Diagnose von Lernausgangslagen und –fortschritten sowie stärkere Individualisierung der Lernwege und Lernhilfen werden als wichtige Zukunftsstrategien zur Förderung von Talenten und Leistung angesehen.

In der österreichischen Schule geht es darüber hinaus um die Entwicklung jener persönlichen und sozialen Kompetenzen, die eine aktive Teilhabe an Gesellschaft, Kultur und Beruf ermöglichen. So hält die Aufgabenbeschreibung der österreichischen Schule in §2 SchOG fest:

„Die österreichische Schule hat die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlage der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken. Sie hat die Jugend mit dem für das Leben und den künftigen Beruf erforderlichen Wissen und Können auszustatten und zum selbsttätigen Bildungserwerb zu erziehen. Die jungen Menschen sollen zu gesunden, arbeitstüchtigen, pflichttreuen und verantwortungsbewussten Gliedern der Gesellschaft und Bürgern der demokratischen und bundesstaatlichen Republik Österreich herangebildet werden. Sie sollen zu selbständigen Urteil und sozialen Verständnis geführt, dem politischen und weltanschaulichen Denken anderer aufgeschlossen sowie befähigt werden, am Wirtschafts- und Kulturleben Österreichs, Europas und der Welt Anteil zu nehmen und in Freiheits- und Friedensliebe an den gemeinsamen Aufgaben der Menschheit mitzuwirken.“

Einzelne dieser Formulierungen mögen nicht mehr voll dem heutigen Sprachgefühl entsprechen, ihre zentrale Botschaft hat jedoch nichts von ihrer Bedeutung verloren: wenn von Lernergebnissen gesprochen wird, dann geht es nicht vordringlich um die Kenntnis einzelner Wissensstücke, sondern um deren Zusammenhänge und deren Integration in die persönlichen Kompetenzen der Lernenden, die ihnen aktiv gestaltende Lebensführung erlauben.

Die Wertschätzung der Qualität der schulischen Arbeit drückt sich zudem in positiven Rückmeldungen der Schulpartner und der Institutionen im Umfeld der Schule aus sowie in deren Bereitschaft, an der weiteren Entwicklung der Schule mitzuwirken.

Last modified: Thursday, 9 March 2017, 8:01 PM