Individualisierung

Das Lernen und Lehren individualisieren meint, Lernprozesse so zu gestalten, dass Kinder und Jugendliche individuell und in der Lerngruppe ausreichend Gelegenheit finden, sich selbst aktiv, ihrer individuellen Persönlichkeit und ihren Lernvoraussetzungen entsprechend, zu entfalten. In der Praxis bedeutet dies einerseits, den Schüler/innen möglichst anregende, vielfältige, auch nach Anspruchs­niveau differenzierte Lernumgebungen zu bieten, und andererseits, im Rahmen des Machbaren auf die Bedürfnisse einzelner Schülerinnen und Schüler einzugehen. Beobachtung und diagnostische Methoden bilden dabei die Grundlage für gezielte Unterstützungs- und Fördermaßnahmen bzw. für herausfordernde Lernanlässe, die es Schüler/inne/n ermöglichen, ihre Leistungsfähigkeit optimal zu entwickeln und Verantwortung für ihren Lernprozess zu übernehmen. Es wäre daher ein Missver­ständnis, individuelle Lernpläne für jedes einzelne Kind erstellen zu wollen, würde es doch bedeuten, den Schüler/inne/n das eigene Lernen erst recht aus der Hand zu nehmen. Es hieße, für sie zu denken, statt ihnen zu ermöglichen, sich die Dinge selbst anzueignen, kompetent zu werden. Die Interpretation des Individualisierungsbegriffs bei SQA rückt diesen ganz in die Nähe des besonders im angelsächsischen Raum verbreiteten Begriffs "personalisation" (Personalisierung).

» SQA-Glossar