Themen dieses Kurses

  • Allgemeines

    Education and school quality: Gesamttext als Download in englischer Sprache

    Im Zentrum der Landkarte „Unterrichts- und Schulqualität“ stehen sechs Qualitätsbereiche, die im Folgenden weiter erläutert werden.

    Qualitätsbereich 1: Lernerfahrungen und Lernergebnisse

    Die Qualität von Lernerfahrungen und Ergebnissen schulischer Tätigkeit zeigt sich …

    1) an den Kompetenzen der Schüler/innen:

    • Die Schüler/innen erwerben die in Bildungsstandards und Lehrplänen beschriebenen fachlichen Kompetenzen.
    • Die Schüler/innen schöpfen das Potenzial ihrer Lernvoraussetzungen aus.
    • Die Schüler/innen bauen die in den Aufgaben der österreichischen Schule genannten persönlichen (z. B. sozialen, lernbezogenen, sprachlichen) Kompetenzen auf, die eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Politik, Beruf, Kultur und Familie sowie an weiteren Bildungsprozessen ermöglichen.
    • Schüler/innen unterschiedlicher sozialer Herkunft und/oder mit besonderen Bedürfnissen haben gleiche Chancen zum Erwerb von Kompetenzen und schulischen Abschlüssen.

    2) an der Wertschätzung der Schule durch Schüler/innen und andere Bezugsgruppen:

    • Die Schüler/innen sowie deren Erziehungsberechtigte bewerten Lernerträge, Lehr-/Lernprozesse, Erziehungsarbeit und soziales Klima positiv.
    • Abgebende wie aufnehmende Bildungs- und Berufseinrichtungen schätzen die Arbeit der Schule und die dort erworbenen Kompetenzen.
    • Die Schule wird von der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen.

    3) an der physischen und psychischen Gesundheit von Schüler/innen, Lehrpersonen und weiteren Mitarbeiter/ inne/n:

    • Physische und psychische Gesundheit findet als wichtiger Gesichtspunkt der Unterrichts- und Arbeitsgestaltung bei Schul- und Unterrichtsentwicklung Berücksichtigung und Niederschlag in schulinternen Regelungen.

    [Weiterführende Hinweise zum Qualitätsbereich Lernerfahrungen und Lernergebnisse finden Sie hier]

    Qualitätsbereich 2: Lernen und Lehren

    Qualität im Lernen und Lehren einer Schule zeigt sich …

    1) an der Vorbereitung und Durchführung der Lern-Lehrprozesse:

    • Der Aufbau von fachlichen und überfachlichen Kompetenzen orientiert sich an den im Bereich Lernerfahrungen und Lernergebnisse beschriebenen Merkmalen.
    • Der Unterricht ist kognitiv aktivierend und herausfordernd.
    • Der Unterricht ermöglicht den einzelnen Schüler/inne/n hohe Anteile echter Lernzeit.
    • Der Unterricht zeichnet sich durch fachliche und fachdidaktische Qualität (Korrektheit, Aktualität, Strukturierung, angemessenes Anspruchsniveau, …) sowie durch eine angemessene Praxisorientierung aus. 
    • Der Unterricht ist klar und verständlich; den Schüler/inne/n erschließt sich der Sinn und der Zusammenhang von Unterrichtsinhalten.
    • Im Unterricht sind Lern- und Leistungsanforderungen sowie Kriterien der Leistungsbeurteilung für alle transparent und einsichtig.
    • Die Schüler/innen haben Gelegenheit zu selbstständigem und eigenverantwortlichem Lernen und erwerben Kompetenzen für eigenverantwortliches Arbeiten.
    • Anregende Lernumgebungen, in denen unterschiedliche Wissensquellen und Medien innerhalb und außerhalb der Schule genutzt werden, stehen zur Verfügung.

    2) an einem bewussten Umgang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Lernwegen:

    • Die individuellen Lernvoraussetzungen der Schüler/innen (Vorwissen, Erfahrungen, Potentiale und Interessen) werden diagnostiziert und zum Ausgangspunkt für differenzierte Förderung genommen.
    • Vielfältige Methoden und Lernarrangements kommen im Aufbau von Wissen und Kompetenzen zum Einsatz; sie sind auf Diagnoseergebnisse, Unterrichtsziele und -inhalte abgestimmt.
    • Individuelle Rückmeldungen stärken die Fähigkeiten des Schülers/der Schülerin über den Leistungsfortschritt zu reflektieren und dafür Verantwortung zu entwickeln.

    [Weiterführende Hinweise zum Qualitätsbereich Lernen und Lehren finden Sie hier]

    Qualitätsbereich 3: Lebensraum Klasse und Schule

    Qualität im Lebensraum Klasse und Schule zeigt sich …

    1) an einer pädagogischen Grundhaltung:

    • Die am Bildungsprozess beteiligten Lehrpersonen, die Schulleitung und sonstiges fachliches Personal (z. B. Freizeitpädagog/innen, Psychagog/innen) formulieren gemeinsame pädagogische Ziele.
    • Eigeninitiative der Schüler/innen wird gestärkt, Verantwortungsübernahme angeregt und gefördert.

    2) am Schul- und Klassenklima:

    • Wertschätzung und positive Erfolgserwartung prägen den Umgang zwischen Lehrpersonen und Schüler/inne/n.

    3) am Schulleben:

    • Die Schüler/inne/n finden – über den Fachunterricht hinaus – vielfältige kulturelle, soziale, sportliche und andere ihre persönliche Weiterentwicklung fördernde Anregungen.
    • Die Organisations- und Umgangsformen fördern die Entwicklung einer Schulgemeinschaft und die soziale Integration Schulgemeinschaft und die soziale Integration aller Mitglieder (z.B. durch die Anerkennung und Wertschätzung sprachlicher und kultureller Vielfalt, die Förderung des gleichberechtigten Zusammenlebens der Geschlechter oder die Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderung).
    • Es bestehen transparente Vereinbarungen und Vorkehrungen für den konstruktiven Umgang mit schwierigen Situationen und Konflikten (z. B. Einführung für neue Schüler/innen und Lehrpersonen, Mediatorenprogramme, Beratungsangebote für Schüler/innen und Lehrpersonen).

    4) an Schulgebäude, Schulgelände und schulischer Infrastruktur:

    • Schulgebäude, Schulgelände und schulischer Infrastruktur werden nach Kriterien der Ästhetik, Benutzerfreundlichkeit, Barrierefreiheit und Sicherheit gestaltet.
    • Die Schüler/innen sind an der Gestaltung von Schule aktiv und mitverantwortlich beteiligt; Verantwortungslosigkeit und Vandalismus wird damit entgegenarbeitet.

    [Weiterführende Hinweise zum Qualitätsbereich Lebensraum Klasse und Schule finden Sie hier]

    Qualitätsbereich 4: Führung und Schulmanagement

    Die Qualität von Führung und Schulmanagement zeigt sich …

    1) an der Koordinierung und Steuerung pädagogischer Prozesse:

    • Schulleitung und Arbeitsorganisation orientieren sich an den Aufgaben der österreichischen Schule und der bestmöglichen Förderung der Entwicklung der anvertrauten Schüler/innen.
    • (Selbst-)Evaluation und Qualitätsmanagement werden eingesetzt, um die Erreichung pädagogischer Ziele zu überprüfen und nachhaltige Entwicklungsmaßnahmen zu setzen.

    2) an der Organisation und Verwaltung der Schule:

    • Die rechtlichen Vorgaben werden berücksichtigt.
    • Die Organisationsstrukturen sind klar nachvollziehbar, an lokale Potentiale und Bedürfnisse angepasst, gut dokumentiert und ökonomisch gestaltet; sie unterstützen und erleichtern die Erfüllung des Bildungsauftrages. 
    • Die Organisationsstrukturen ermöglichen und fördern das Zusammenwirken aller Mitglieder der Schulgemeinschaft.

    3) am Personalmanagement:

    • Der Personaleinsatz und die Zuständigkeiten sind vorausschauend, transparent, zielorientiert, in Abstimmung mit den Mitarbeiter/inne/n gestaltet und an den Bedürfnissen der Schüler/innen orientiert.
    • Die Schulleitung hat durch ihr Führungs- und Kommunikationsverhalten und ihre pädagogische Kompetenz Vorbildwirkung.

    [Weiterführende Hinweise zum Qualitätsbereich Führung und Schulmanagement finden Sie hier]

    Qualitätsbereich 5: Professionalität und Personalentwicklung

    Die Qualität in der Professionalität und der Personalentwicklung einer Schule zeigt sich …

    1) an der Berufsauffassung von Lehrpersonen:

    • Reflexion und Weiterentwicklung von Unterricht und Schule (z.B. Einholen von Feedback, Selbstevaluation, kollegiale Unterrichtshospitation, Auswertung von Ergebnissen der Kompetenzmessung für die Unterrichtsentwicklung) wird große Bedeutung beigemessen.
    • Die Lehrpersonen zeichnen sich durch großes Engagement und hohe Innovationsbereitschaft aus.
    • Die Lehrpersonen wissen um ihre pädagogische und fachdidaktische Expertise; für Fragen, die über diese Expertise hinausgehen (z.B. Fragen der persönlichen Entwicklung einzelner Schüler/innen), ziehen sie dafür qualifizierte Personen (z.B. Schulpsycholog/innen, Beratungs-, Betreuungslehrer/ innen, Psychagog/innen) heran.

    2) an der Anerkennung und Weiterentwicklung der Kompetenzen der Lehrpersonen:

    • Ein abgestimmtes Konzept zu Fort- und Weiterbildung aller Mitarbeiter/innen (schulinterner Fortbildungsplan) liegt vor.
    • Die Strategie der Personalentwicklung berücksichtigt sowohl individuelle Bedürfnisse (z.B. Erwerb neuer Kompetenzen und Zertifikate, berufliche Weiterentwicklung, Erhaltung physischer und psychischer Gesundheit) als auch schulische Bedarfe (z. B. Orientierung an den Entwicklungszielen der Schule, Erwerb von Qualifikationen für den Umgang mit neuen Zielgruppen).
    • Schulinterne wie auch fachbereichsbezogene Fortbildung wird unterstützt. • Die Weitergabe von Erfahrungen aus Fort- und Weiterbildung im Kollegium und deren Umsetzung im Unterricht wird gefördert.
    • Ein funktionierendes Konzept für die Berufseinführung neuer Mitarbeiter/innen liegt vor, bei dem Schulleitung und Fachkolleg/innen zusammenwirken.

    3) an einer Kooperationskultur im Schulhaus:

    • Das Zusammenwirken verschiedener am Schulleben beteiligter Akteure/Akteurinnen (z.B. Freizeitpädagog/ innen, Schulpsycholog/innen, Hortbetreuer/innen) wird koordiniert.
    • Die Lehrpersonen verständigen sich über die Lern- und Persönlichkeitsentwicklung von Schülerinnen und Schülern und wirken bei dieser zusammen.
    • Es gibt verbindliche Absprachen über die Arbeit in Lerngruppen und/oder Schulstufen (Unterrichtsinhalte, Standards, Erziehung). • Die Lehrer/innen übernehmen Verantwortung im Team und wirken aktiv an der Weiterentwicklung von Unterricht und Schule mit.
    • Es gibt institutionalisierte Formen der Zusammenarbeit zwischen Lehrpersonen (z. B. Fachgruppen, Klassenteams, Jahrgangsteams) mit einem hohen Grad an Verbindlichkeit.
    • Fächerübergreifender Unterricht wird ermöglicht, realisiert und reflektiert.
    • Im Kollegium werden Wissen und Erfahrungen reflektiert und weitergegeben.

    [Weiterführende Hinweise zum Qualitätsbereich Professionalität und Personalentwicklung finden Sie hier]

    Qualitätsbereich 6: Schulpartnerschaft und Außenbeziehungen

    Die Qualität von Schulpartnerschaft und den Außenbeziehungen einer Schule zeigen sich …

    1) an einer intensiven Kooperation mit den Eltern und Erziehungsberechtigten:

    • Diese sind über die formellen Gremien der Schulpartnerschaft, aber auch darüber hinaus aktiv in die Gestaltung der Schule eingebunden.
    • Die Kommunikation mit Eltern/Erziehungsberechtigten und anderen Akteuren erfolgt unter Berücksichtigung der sozialen, sprachlichen, kulturellen Diversität im schulischen Umfeld.

    2) an einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit:

    • Das Umfeld wird über Leistungen und Entwicklungen der Schule informiert.
    • Mitarbeits- und Unterstützungsbereitschaft im Umfeld wird anregt.

    3) an einer aktiv gestalteten Kooperation mit den Einrichtungen des Umfeldes:

    • Durch Kooperation mit Einrichtungen des Umfeldes werden die Lernmöglichkeiten der Schüler/innen verbessert (z. B. mit der Gemeinde, ihren Institutionen, Vereinen und Betrieben).
    • Beziehungen mit abgebenden und aufnehmenden Schulen bzw. anderen Einrichtungen (z.B. Weiterbildung, Sozial- und Jugendamt, Sonderpädagogische Zentren, Schulpsychologie, Gesundheitswesen) werden gepflegt.  

    [Weiterführende Hinweise zum Qualitätsbereich Schulpartnerschaft und Außenbeziehungen finden Sie hier]

     Autor/inn/en: Herbert Altrichter, Christoph Helm und Anna Kanape-Willingshofer (Institut für Pädagogik und Psychologie der Johannes Kepler Universität Linz)

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