Themen dieses Kurses

  • Ein guter Anfang ist entscheidend für ein erfolgreiches Schulentwicklungsprojekt. Oder anders formuliert: Was man zu Anfang nicht bedacht hat, holt einen meistens in der Folge noch ein ...

    In diesem Kapitel geht es also darum, wie ein Schulentwicklungsprojekt gestartet werden kann. Leitfragen für diese Phase sind: Wohin soll es gehen? Was wollen wir tun? Was verstehen wir dabei unter ‚Qualität‘? Und wo sehen wir für wen den Nutzen? Auch wenn Profis am Werk sind, taucht die Sinn-Frage erfahrungsgemäß im Verlauf von Entwicklungsprozessen immer wieder auf. Je gründlicher sie eingangs geklärt wird, desto weniger Zeit braucht es in der Regel später, aufkommende Zweifel wieder in positive Energie umzuwandeln.

    Eine große Hilfe und Unterstützung bei der Planung ist der in SQA zur Verfügung gestellte „Schul-Entwicklungsplan“ (SEP) mit seinen Vorlagen und orientierenden Hinweisen. Siehe auch: "Welche Rolle spielt der EP?" und "Der EP als zentrales Element".

    Damit schulische Entwicklungsprozesse gelingen können, ist es wichtig, bei der Erarbeitung der Entwicklungspläne einige Regeln zu beachten. Im Folgenden wollen wir uns Schritt für Schritt ansehen, was sich in der Praxis bewährt hat. Leitend dafür sind die im vorigen Kapitel genannten „Erfolgsprinzipien“ sowie die Struktur und die Leitfragen des Schul-Entwicklungsplans (mit seinen 3 Teilen A, B und C), zu denen ausführliche Erläuterungen folgen.

    Gemeinsamer Einstieg

    Entwicklungspläne als Grundlage für die gemeinsame Arbeit an der Qualität des Lernens und Lehrens und seiner Ergebnisse entfalten dann eine Wirkung, wenn sie in einem partizipativen Prozess zustande gekommen sind (s. auch Kapitel 2.4 Partizipation und Kooperation). Nur so entsteht „Ownership“ – als Grundbedingung für das Gelingen. Dazu muss man in einem ersten Schritte die Betroffenen und Beteiligten erkennen und Überlegungen anstellen, wann und wie sie in den Prozess einbezogen werden sollen. Es hat sich auch bewährt mit einer gemeinsamen Veranstaltung zu starten, in der grundlegende Fragen besprochen, verhandelt und geklärt werden können. Mehr hier!

    Themen auswählen

    Welche Themen für Schulentwicklung ausgewählt werden ist von entscheidender Bedeutung. Dazu gibt es einerseits Vorgaben in SQA, die berücksichtigt werden müssen (s. Rundschreiben 6/2016, Kap. 2.2). Andererseits können und sollen Schulen eigene Schwerpunkte setzen – möglichst evidenzbasiert und mit einem Blick auf die Bedeutsamkeit für die nachhaltige Entwicklung der Schule, sowie auf die Erkenntnisse der Wissenschaft zur Qualität von Schule und Unterricht http://www.sqa.at/course/index.php?categoryid=10. Anlassfälle sind daher ganz grundsätzlich auffällige Evaluationsergebnisse – aus selbst durchgeführten Evaluationen, aus SQA-Online, aus den Überprüfungen der Bildungsstandards, den Reifeprüfungsergebnissen oder anderen Leistungsmessungen. Gibt es mehrere relevante Themen, so müssen – im Sinne der Machbarkeit – die verschiedenen Optionen sondiert und priorisiert werden. Verfahrensvorschläge und Analysetools aus dem SQA Fundus helfen dabei. Mehr hier!

    Zielbilder entwickeln

    Zielbilder geben der Schulentwicklung Orientierung. Sie beschreiben für die gewählten Themenbereiche die gewünschte Situation nach Ziel­erreichung – mit einem mittel- bzw. langfristigen Zeithorizont. Sie sind konstanter und umfassender angelegt als die Ziele und Maßnahmen, die sich eine Schule für das kommende Schuljahr vornimmt. Aus den Zielbildern kann sich (implizit oder explizit) über die Jahre ein Leitbild entwickeln, das über das Selbstverständnis als Schule, über Ziele und leitende Werte Auskunft gibt. Auch für die Entwicklung von attraktiven und gemeinsam getragenen Zielbildern braucht es ein partizipatives Vorgehen und die Aushandlung von Zielen und Qualitätsansprüchen (basierend auf den 6 Qualitätsbereichen) – sowie Kreativität und Vorstellungskraft. Auch dafür stellt SQA Methoden und Verfahrensvorschläge zur Verfügung. Mehr hier!

    Rückblick & Ist-Stand

    Vorhaben der Schulentwicklung basieren auf einem aussagekräftigen Rückblick und der Analyse von vorliegenden (oder zu diesem Zweck erhobenen) Daten. Je breiter die Datenbasis, desto besser. Es sollten daher möglichst alle verfügbaren Daten herangezogen werden. Dazu gehören „schuleigene“ Daten, also Statistiken und Ergebnisse von Fragebogenerhebungen, aber auch qualitative Daten, wie sie in Interviews und Gruppendiskussionen, durch Beobachtungen oder kreative Methoden erhoben werden. Zusätzlich werden extern generierte Daten (z. B. aus Leistungsmessungen, aus SQA-Online) – so vorhanden – herangezogen. Verpflichtend ist die Beschäftigung mit zentralen Schüler/innen-Leistungsergebnissen wie z.B. der BIST-Überprüfungen und Reifeprüfungen. Mehr hier!

    Ziele und Maßnahmen für das kommende Schuljahr

    Auf der Basis der Zielbilder und des Rückblicks bzw. der Ist-Analyse geht es dann zur Entwicklung konkreter Ziele und Maßnahmen. Diese sind SMART zu formulieren – spezifisch, messbar, akzeptabel und attraktiv, realistisch und terminisiert. Wichtig ist es auch Verantwortlichkeiten zu klären und die Ziele mit Indikatoren zu hinterlegen, die in Folge die Überprüfung der Zielerreichung ermöglichen. Da es in der Schulentwicklung in SQA immer um (positive) Veränderungen geht, sollte man in dieser Phase die Annahmen, wie Veränderung in Richtung des Zielbilds stattfinden kann, unter die Lupe nehmen. Wirkungsketten explizit zu machen und mit Maßnahmen zu verbinden (deren Eignung sich dann auch besser evaluieren lässt) verhindert, dass man sich mit leicht zu überprüfenden, aber letztlich wenig aussagekräftigen Teil- oder Etappenzielen zufrieden gibt und/oder überhaupt sozusagen „im Blindflug“ Maßnahmen definiert und umsetzt. Die Maßnahmenplanung selbst folgt einem professionellen Vorgehen, mit Projektplan, Meilensteinen, Verantwortlichkeiten sowie (bei Bedarf) begleitender Personalentwicklung.  Mehr hier!

    Personalentwicklung und Fortbildung

    Personalentwicklung ist als „flankierende Maßnahme“ in die Schulentwicklung eingebettet und unterstützt Organisations- und Unterrichtsentwicklung. Sie stellt aber auch per se eine der Säulen der Schulentwicklung dar. Aus diesem Grund können in die jährlichen Schul-Entwicklungsplänen (Teil B) weitere Personalentwicklungs-/Fortbildungsplanungsziele und -maßnahmen aufgenommen werden, die keinen unmittelbaren Bezug zu den zentralen Vorhaben haben, die der Schule aber für die Weiterentwicklung des Lernens und Lehrens wichtig sind. Auch in punkto Personalentwicklung/Fortbildung wird der oben beschriebene Planungsprozess durchlaufen (Entwicklung von Zielbildern, Rückblick und Bestimmung des Ist-Standes, Planung konkreter Maßnahmen). Mehr hier!

    SQA-Prozesse und -strukturen

    Schließlich gilt es auch die SQA-Prozesse und -Strukturen an der Schule (als Art „Metathema“) zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Man sieht sich also nicht nur an, was man in der thematischen Arbeit weitergebracht hat, sondern auch wie gut sich die zugrunde liegenden Vorgehensweisen und Strukturen bewährt haben. Damit wird sichergestellt, dass auch die Art und Weise, wie Qualitätsentwicklung an der Schule angegangen und umgesetzt wird, immer wieder überprüft und weiterentwickelt wird. Wie gut die Schule hier aufgestellt ist, hat eine großen Einfluss auf die Qualität und die Nachhaltigkeit des Schulentwicklungsprozesses. Mehr hier!

    Was zeichnet wirksame Entwicklungspläne aus?

    Wie man einen Schul-Entwicklungsplan erarbeitet und umsetzt, der nachhaltige Veränderungen bewirkt, muss selbst bestimmten Qualitätsstandards genügen. Die von SQA bereitgestellten Vorlagen sowie die in diesem Kapitel beschriebenen Vorgehensweisen tragen dazu bei. Eine Zusammenfassung und Checkliste, was alles zu beachten ist, finden Sie hier!