Themen dieses Kurses

  • Wie geht man Schulentwicklung an? Was ist dabei zu beachten, damit sie erfolgreich sein kann? Dieses Kapitel präsentiert allgemeine Erfolgsprinzipien für das Gelingen von Schulentwicklung. Es spannt einen Bogen über die einzelnen Phasen von Schulentwicklung (in denen das Vorgehen „Schritt für Schritt“ noch einmal im Detail diskutiert wird) und hebt wichtige übergeordnete Aspekte hervor. Dabei gibt es eine „sachliche“ (Welche sachlich-methodischen Aspekte sind wichtig?) sowie eine „soziale Komponente“ (Wie geht man mit den vielen am „System Schule“ beteiligten Personen um?) der Schulentwicklung, die beide gleichermaßen berücksichtigt werden müssen und auf vielfältige Weise miteinander verbunden sind. Sehen wir uns nun die Erfolgsprinzipien im Einzelnen an:

    Motivation und Ziele

    Damit sich Menschen und Systeme aus eigenem Antrieb verändern, braucht es vor allem eines: einen guten Grund. Es braucht eine klare Motivation und positive Zielvorstellungen. Sie leiten unser Tun und geben uns die nötige Energie. Die Wahl von relevanten thematischen Schwerpunkten ist hier das Um und Auf. Anlass und Zweck der Vorhaben müssen klar sein – auf jeden Fall für die Lehrkräfte der Schule, aber auch, wenn möglich, für die anderen Schulpartner/innen. Der Schul-Entwicklungsplan soll ja möglichst von allen getragen werden. Wie man dazu kommt, damit beschäftigen wir uns ausführlich in Kapitel 3.

    Systematische Qualitätsentwicklung

    Einfach loszulegen und mal zu sehen, was sich entwickelt, ist in einem komplexen System, wie Schulen es nun einmal sind, nur in den seltensten Fällen von Erfolg gekrönt. Es empfiehlt sich daher, Schulentwicklung systematisch zu betreiben. Als Denk- und Planungsmodell bietet sich die Qualitätsspirale an. Sie umfasst vier Phasen und unterstützt das Bemühen, in einer logischen und reflektierten Form an Aufgaben heranzugehen. Ein wichtiger Aspekt ist auch die schriftliche Dokumentation – sowohl für die (laufende) Abstimmung als auch als Beleg für das Geleistete. Mehr dazu hier!

    Der Schul-Entwicklungsplan als zentrales Instrument

    Der Schul-Entwicklungsplan fungiert als zentrales Instrument: Er bietet Orientierung für eine fundierte, stimmige und in sich konsistente Planung und Durchführung und unterstützt die Dokumentation und Reflexion von Entwicklungsvorhaben. Der Schul-Entwicklungsplan baut auf der Qualitätsspirale auf, als Leitlinie für erfolgreiche Schulentwicklung zeigt er, wie die wesentlichen Gelingensbedingungen berücksichtigt werden können. Dazu gehören klare Zielbilder, ein datengestütztes Vorgehen, die Definition von konkreten Zielen und Maßnahmen und deren Umsetzung sowie begleitende Personalentwicklung. Mehr dazu hier!

    Siehe auch: Entwicklungspläne in SQA

    Realistische Vorhaben

    Schulentwicklung darf und soll sich anspruchsvolle Ziele setzen, schließlich sollen damit ja Veränderungen in Gang gebracht werden. Dabei gilt es aber auch, realistisch zu bleiben. Ambition und Machbarkeit müssen sich also die Waage halten. So hat es sich bewährt innerhalb einer längerfristigen Entwicklungsperspektive mit kleine(ren) Schritten zu beginnen, z.B. in Form von „Pilotprojekten“. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass nicht sofort die gesamte Schule einbezogen wird, sondern Neuerungen in kleinerem Rahmen entwickelt und ausprobiert werden. Anschließend darf man natürlich nicht vergessen, die Veränderungen in die ganze Schule zu bringen, um nicht „Insellösungen“ zu kreieren. Mehr dazu hier

    Partizipation und Kooperation

    Will man mit Schulentwicklung tatsächlich etwas bewegen, muss sie von den verschiedenen Betroffenen und Beteiligten (mit)getragen werden. Partizipation ist daher ein Grundprinzip von SQA. Zu den Stakeholdern gehören die Schulpartner/innen, aber auch das Umfeld der Schule, also z.B. externe Partner/innen wie Vereine, Wirtschafsbetriebe etc. . Entscheidend ist die Zusammenarbeit im Kollegium, ohne sie ist gelingende Schulentwicklung nicht denk- und machbar. Kooperation und Teamarbeit sind zudem wichtige Qualitätsfaktoren: Sie tragen zur besseren Abstimmung in der Schule bei, zu gemeinsamen Standards, zu qualitätvolleren und effektiveren Lösungen – und bieten den beteiligten Lehrpersonen professionellen Austausch und Unterstützung sowie Möglichkeiten des Von-einander-Lernens.  Nicht zuletzt kann die eigene Schulentwicklung auch von der Kooperation mit anderen Schulen profitieren. Mehr dazu hier!

    Qualitätskultur

    Qualitätskultur bedeutet, dass es an einer Schule ein gemeinsames Verständnis und einen gemeinsamen Willen gibt, Schule und Unterricht kontinuierlich zu reflektieren, zu evaluieren und weiterzuentwickeln. Dabei geht es um mehr als Strukturen, Abläufe und Entwicklungspläne – es geht um eine gelebte Kultur. Eine besondere Rolle kommt der Schulleitung zu, die als Vorbild fungiert: Sie ist als erste gefragt, Qualitätskultur im Schulalltag zu leben. Grundlagen sind geeignete Haltungen und Wertvorstellungen, wie z.B. Offenheit für Neues und eine positive Sicht auf Engagement und Veränderung. Als Stolperstein erweist sich immer wieder die noch immer verbreitete „Fehlerkultur“, sie gilt es zu überwinden, um Entwicklung zu fördern und Fehler als Lernchancen zu nutzen. Mehr dazu hier!

    Mehr zur „Fehlerkultur“ siehe hier.

    Fortbildung, Beratung und Begleitung

    Und schließlich sollte man nicht vergessen, sich Unterstützung zu holen, wenn man sie braucht. SQA hat dazu eine Fülle an Angeboten parat: Neben den Materialien auf dieser Website, dem Fortbildungsangebot der Pädagogischen Hochschulen inklusive maßgeschneiderter SCHILFs und SCHÜLFs, stehen auch die Expert/innen des EBIS-Netzwerks (Entwicklungsberatung in Schulen) oder das SQA-Partner/innen-Netzwerk zur Verfügung. Weitere Ansprechpartner/innen sind die SQA-Landeskoordinator/innen sowie die SQA-Geschäftsstelle im Bildungsministerium.