Themen dieses Kurses

  • Allgemeines

    • Damit österreichische Schüler/innen die bestmöglichen Lernbedingungen vorfinden, braucht es auch im pädagogischen Bereich das Zusammenspiel vieler Akteur/innen im Schulsystem. Wer ist nun wie beteiligt? Welche Rollen und Verantwortlichkeiten gibt es in SQA? Wie greifen sie in einander?

      Schülerinnen und Schüler

      Um sie geht es. Sie erleben Lernen als aktives Tun und übernehmen – ihrem jeweiligen Alter entsprechend – Verantwortung dafür. Sie lernen zunehmend, ihre eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und haben das Gefühl, dass sie beim Lernen möglichst individuell betreut werden. Erstmals stehen ihnen auch externe Leistungsrückmeldungen zur Verfügung. Langfristiges Ziel: steigende Lern- bzw. Schulfreude, positive Lernerfahrungen, bessere Lernergebnisse. – Schüler/innen sind fallweise aufgerufen, ihren Lehrer/inne/n Feedback zu geben.

      Lehrerinnen und Lehrer

      Ihre Rolle verändert sich: Neben der Wissensvermittlung sind sie zunehmend als „Lernbegleiter/innen“ (Trainer/innen vergleichbar) tätig. Als solche übernehmen sie mehr Mitverantwortung für die Lernergebnisse der Schüler/innen. Sie werden öfter mit Feedback und externen Datenrückmeldungen konfrontiert als bisher (vgl. auch den Bereich Evaluation und Feedback) und sind zur aktiven Teilnahme am Qualitätsentwicklungs- bzw. Qualitätssicherungsprozess aufgefordert. Kommunikation und Teamarbeit verstärken sich damit beinahe zwangsläufig.

      Schulleiterinnen und Schulleiter

      Sie sind – im Rahmen ihrer gesetzlichen, organisatorischen und budgetären Möglichkeiten -– letztverantwortlich für die Qualität der Schule. Zu ihren Aufgaben zählt es, Teilverantwortlichkeiten für Qualitätsentwicklungs- und Qualitätssicherungsarbeiten festzulegen und für die Erarbeitung der Entwicklungspläne (EP) zu sorgen. Sie sind erste Ansprechpersonen und Dialogpartner/innen für die Schulaufsicht bei den Bilanz- und Zielvereinbarungsgesprächen (BZG) und holen sich verstärkt internes und externes Feedback (Vorbildwirkung!).

      SQA-Schulkoordinatorinnen und Schulkoordinatoren

      Die Aufgabenbereiche der SQA-Schulkoordinator/innen werden mit dem/der Schulleiter/in individuell nach Bedarf und im Rahmen des abgegoltenen Zeitbudgets vereinbart; ihre Teilverantwortung wird sinnvollerweise mit dem Lehrerkollegium abgestimmt. Die im Folgenden genannten Tätigkeiten dienen der Veranschaulichung; sie sind keine Checkliste, die „abzuarbeiten“ ist! In diesem Sinne können SQA-Schulkoordinator/innen die Schulleitung unterstützen…

      • als Anlaufstelle für alle an der Schule Tätigen in Fragen und Anliegen im Zusammenhang mit Qualitätsentwicklung (QE) und Qualitätssicherung (QS).
      • durch Informationstätigkeit bzgl. SQA, vor allem für Lehrer/innen, Schüler/innen und nicht unterrichtendes Personal.
      • als Ansprechpersonen für die SQA-Landeskoordinator/innen.
      • durch Teilnahme am Erfahrungsaustausch und der Vernetzung mit anderen SQA-Schul­koordinator/innen.
      • durch Mitarbeit in der Steuergruppe bzw. im erweiterten Leitungsteam der Schule.
      • durch Mitarbeit an der Gestaltung von QE- und QS-Prozessen an der Schule (z. B. Organisation von SCHILF/SCHÜLF).
      • durch Koordination der Arbeiten am Schul-Entwicklungsplan (SEP).
      • durch Unterstützung der Schulleitung bei der Vorbereitung des Bilanz- und Zielvereinbarungsgesprächs (BZG) mit der Schulaufsicht.
      • durch Unterstützung bei der Durchführung von Evaluationen an der Schule (z. B. Datensammlung, -aufbereitung und -analyse, Unterstützung bei Individualfeedback).
      • durch Beratung der Schulleitung bei strategischen Entscheidungen hinsichtlich Qualitätsentwicklung bzw. -sicherung.

      Die strategische Gesamtverantwortung für die Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung an der Schule sowie die Vertretung der Schule in den Bilanz- und Zielvereinbarungsgesprächen (BZG) mit der Schulaufsicht liegen beim/bei der Schulleiter/in; beides ist grundsätzlich nicht delegierbar.

      Eltern und Erziehungsberechtigte

      Ihrem Anspruch auf qualitätsvollen Unterricht für ihre Kinder wird nun systematisch und nachweislich nachgekommen. Im Rahmen der Schulpartnerschaft werden ihre Vertreter/innen in den Qualitätsentwicklungsprozess einbezogen. Sie werden öfter als bisher um Rückmeldungen zu Schule und Unterricht gebeten.

      Schulaufsicht

      Sie bildet nach wie vor die Führungsebene für die Schulleitungen. Die Schulaufsicht ist angehalten, nach dem Prinzip der dialogischen Führung tätig zu sein (s. o.), das besonders in den Zielvereinbarungen mit den Schulleiter/inne/n, aber auch beim (pädagogischen) Controlling der Schulen sichtbar wird. Gegebenenfalls veranlasst die Schulaufsicht in Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen die Unterstützung von Schulen. Die Ergebnisse der BZG mit den Schulen fließen in die regionalen- bzw. Landes-Entwicklungspläne (EP) ein; letztere sind wiederum Gegenstand der BZG der Schulaufsicht mit den Verantwortlichen des BMB. Auch die Schulaufsicht ist zu Fortbildung und Selbstevaluation verpflichtet.

      SQA-Landeskoordinatorinnen und Landeskoordinatoren

      Sie unterstützen insbesondere die Schulaufsicht bei der Umsetzung von SQA auf Landesebene. Zu ihren Aufgaben zählen z. B. die landesweite Kommunikations- und Koordinationstätigkeit zwischen den wichtigsten Partner/inne/n bei der Umsetzung von SQA (bes. Schulaufsicht und Pädagogische Hochschulen), die Beratung der Schulaufsicht bei strategischen Entscheidungen hinsichtlich der Umsetzung von SQA, ihre Unterstützung bei der Sichtung, Zusammenfassung und Analyse der Entwicklungspläne (EP) der Schulen und/oder Regionen bzw. bei der Vorbereitung der Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräche (BZG).

      Das konkrete Aufgabenprofil der SQA-Landeskoordinator/inn/en ist individuell nach Bedarf und im Rahmen des abgegoltenen Zeitbudgets mit der jeweiligen Landesschulaufsicht zu vereinbaren.

      Pädagogische Hochschulen und Universitäten

      Sie sind aufgerufen, Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung zum Gegenstand der Lehrer/innen-Aus- und Fort- und Weiterbildung zu machen. Im Fortbildungsbereich verlagert sich dabei der Schwerpunkt zunehmend in die Richtung von Angeboten „on demand“ im Sinne der Begleitung und Beratung von Schulen/Schulteams sowie SCHIL/SCHÜLF. Der Bedarf an Personalentwicklung an der eigenen PH steigt aufgrund der neuen Anforderungen.

      BMB-Verantwortliche

      SQA wird von den schulführenden Abteilungen (APS & AHS) sowie der Abteilung für Schul- und Qualitätsentwicklung gemeinsam getragen. Auch für sie gilt das Prinzip der dialogischen Führung: periodische Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräche mit der Schulaufsicht, Erstellung von Bundes-Entwicklungsplänen, BZG mit der Sektionsleitung. Sie formulieren strategische Rahmenvorgaben auf der Basis eines System-Monitorings und leisten Beiträge zum Nationalen Bildungsbericht. Auch sie sind zur Selbstevaluation verpflichtet.