Themen dieses Kurses

  • Allgemeines

    • Lernen und Lehren im Fokus

      SQA kann Entwicklung nur anstoßen, wenn Profis am Werk sind, in allen Bereichen, auf allen Ebenen des Schulsystems. Und Profis wissen, neben aller Intuition und Erfahrung, warum sie was tun, sie orientieren sich an den wichtigsten Erkenntnissen der Forschung, beteiligen sich am Diskurs. Was das Lernen und Lehren angeht, wissen wir heute im Großen und Ganzen, was wirkt; SQA hat es in zwei Leittexten zusammengefasst: Über das Lernen und 6 Qualitätsbereiche von Unterricht und Schule. Sie bilden das eigentliche Herz von SQA; wer sich schlau machen will, sollte hier beginnen.

      Professionelle Kooperation

      Profis, die vor einer besonders herausfordernden, komplexen Aufgabe stehen, sehen sich nach Unterstützung um. Die ist oft näher als man denkt – wenn man es denn schafft, Türen zu öffnen. Lehrerkollegien, ministerielle Sektionen, Pädagogische Hoch­schulen und Universitäten: Sie alle können ungeahnte Kräfte entwickeln, wenn sie zusammenarbeiten, sich organisieren, die Kräfte bündeln, wenn sie auf Basis individueller Expertise im Team arbeiten, professionelle Lerngemeinschaften bilden.

      Schulentwicklung mit Plan

      Tun sie das alles, kommt unweigerlich der Moment, wo sie ihre wichtigsten Über­legungen, Ziele und Vorhaben festhalten müssen, sonst sind sie weg, Opfer einer verwirrenden Komplexität, eines herausfordernden, oft hektischen Berufsalltags. Das Aufschreiben, Zeichen gemeinsamen Wollens, von Verbindlichkeit und gesundem Menschenverstand; der Plan – der Entwicklungsplan (EP) als unverzichtbares, periodisch fortzuschreibendes Arbeits­instrument, das dazu anhält, in Qualitätsspiralen zu denken: Was haben wir uns vorgenommen, und wo stehen wir gerade? Sind wir auf Kurs? Sollten wir unsere Ziele vielleicht überdenken? Was steht als Nächstes an? Wer übernimmt wofür die Verantwortung? Und woran werden wir erkennen, dass wir erfolgreich sind?

      Evaluation und Feedback ­ Arbeiten mit Daten

      Es erfordert Mut hinzuschauen auf das, was man mit dem eigenen Handeln bewirkt. Feedback und (Selbst-)Evaluation können ermutigen, mitunter aber auch schmerzhaft sein. Wie auch immer die Rückmeldungen ausfallen, sie sind vor allem eines: Lernchancen. Wer es schafft, sich möglichst sachlich mit Daten aller Art auseinander zu setzen, ist bereits auf einem guten Weg. Wobei Daten längst nicht nur Zahlen sind; neben quantitativen gibt es auch jede Menge qualitativer Daten: Feedbacks, Interviews, Beobachtungen u.v.a.m. Sie sinnvoll zueinander in Beziehung zu setzen, sie gemeinsam zu interpretieren schafft eine seriösere Wissensbasis als bloße Vermutungen. Und an manchen Daten führt kein Weg vorbei: Unbefriedigende Ergebnisse von Reifeprüfungen oder Bildungsstandardsüberprüfungen zum Beispiel; sie können viele Ursachen haben – Daten helfen dabei, Klarheit zu schaffen und neue Wege zu gehen.

      Vereinbarungskultur und dialogische Führung

      Bleibt noch die Sache mit der Verbindlichkeit. Auch Schulsysteme sind nur so gut wie die Qualität ihrer Teile und deren Zusammenspiel, was wiederum einen großen Rahmen, ein gemeinsames, von der Gesellschaft legitimiertes Verständnis von Qualität voraussetzt. Um dieses herzustellen, braucht es heute mehr denn je den Ausgleich verschiedenster Interessen, im Großen wie im Kleinen, und es braucht Instanzen, verantwortliche Menschen also, die darauf achten, dass Ausgehandeltes, Vereinbartes, Festgelegtes auch eingehalten wird. Schauplatz und Brennpunkt des Geschehens in SQA: die Bilanz- und Zielvereinbarungsgespräche (BZG) zwischen den Führungspersonen benachbarter Ebenen; hier prallen individuelle Ansprüche auf gesetzliche Bestimmungen, zeigen sich Spannungen zwischen Praxis und Vorgaben „von oben“, wird die Realität hinter etwaigen Kulissen sichtbar. Bei aller potenziellen Konflikthaftigkeit: „Anschaffen“ ist nicht mehr, Hierarchie ist nicht die Lösung, heute weniger denn je; was es braucht, ist Dialog – und Führung, als Garant für Orientierung, Unterstützung und Verbindlichkeit. Dialogische Führung, sei es im Klassenzimmer oder im Ministerium, ist daher ein Grundprinzip von SQA. 

      Rechenschaftslegung mit Blick auf das Wesentliche

      SQA erfüllt mit seinen Instrumenten und Prinzipien „en passant“ eine zweite wichtige Funktion: Partizipativ erarbeitet, seriös geführt sind Entwicklungspläne und BZG ein wich­tiges Mittel der Rechenschaftslegung in einem Schulwesen, das, staatlich finanziert, zunehmendes öffentliches, sprich mediales Interesse erfährt. Was tun „die“ mit unserem Steuergeld, fragt sich die Bürgerin, der Bürger; bekommen wir auch das Beste für unsere Kinder? Berechtigte Fragen – und potenzieller Anlass für Schieflagen: Qualitätsmanagement „hat man“ heutzutage, keine Organisation ohne QM-Beauftragte, Performance Reviews und Q-Berichte. Prozesse und Strukturen mit der unangenehmen Tendenz, sich zu verselbstständigen und dabei ihren eigentlichen Gegenstand aus den Augen zu verlieren. Daher auch die Strategie von SQA, das Management-Vokabular hintanzuhalten und unermüdlich auf den eigentlichen Sinn und Zweck der Übung zu verweisen: Kinder, Jugendliche, ihre persönliche Entwick­lung und die bestmögliche Unterstützung dabei – das Lernen und Lehren im weitesten Wortsinn also, darum geht es.

      Systemumfassende Qualitätsentwicklung

      In SQA sind alle Ebenen des allgemeinen Schulsystems eingebunden. Strukturen und Verantwortlichkeiten, Prinzipien und Arbeitsinstrumente erfassen von den Schulen über die Schulaufsicht bis zum Bildungsministerium alle Bereiche des Systems. Der systemische Ansatz soll bewirken, dass die verschiedenen Akteur/innen an einem Strang ziehen, er soll die Zusammenarbeit erleichtern und die verschiedenen Ressourcen und Kompetenzen im System nutzbar machen.