Themen dieses Kurses

  • Allgemeines

    Dieses Kapitel gibt eine Einführung, was bei der Durchführung von Evaluationen zu beachten ist. Es geht hier um wichtige allgemeine Aspekte, die grundsätzlich in allen Phasen der Evaluation zum Tragen kommen. Das Kapitel ist daher die Grundlage für die nächsten vier Kapitel, in denen Schritt für Schritt die Durchführung eines Evaluationsprojekts begleitet wird.

    Gerade „Neueinsteiger/innen“ wird empfohlen, mit diesem Kapitel zu beginnen (oder es parallel zur Durchführung eines Evaluationsprojekts zu studieren), aber auch erfahrene Evaluator/innen können hier noch einmal nachlesen, wie Evaluationen gelingen.

    Wir sehen uns dabei sowohl die „fachlichen“ Aspekte von seriösen und erfolgreichen Evaluationen an als auch die Akzeptanz bei den Schulpartner/innen, allen voran den Lehrkräften. Denn eine fachlich gute Evaluation berücksichtigt immer auch die emotionale und soziale Dimension: Qualität und Nutzen einer Evaluation sind stark davon abhängig, ob und wie die Betroffenen und Beteiligten „mitspielen“. Mangelnde Information, Ängste und Unsicherheiten führen zu Widerständen und Blockaden, die jedes Evaluationsvorhaben zum Scheitern bringen können. In diesem Kapitel finden Sie daher einige grundlegende Überlegungen, welche Emotionen im Spiel sind und wie durch Partizipation, Vertrauen, klare Spielregeln und eine veränderte (Qualitäts)Kultur eine gute Basis für Evaluation geschaffen werden kann. Und: Vieles wird Ihnen aus Ihrer bisherigen Qualitätsarbeit vermutlich bereits vertraut sein.

    Evaluation ist Teil des Qualitätsentwicklungsprozesses

    Zunächst ist zu beachten, dass Evaluation nicht im „luftleeren“ Raum stattfindet. Sie ist immer in einen Handlungszusammenhang eingebunden und nimmt eine wichtige Rolle im Qualitätsentwicklungsprozess ein, indem sie das aktuelle Tun kritisch überprüft und hilft, Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Das bedeutet, dass „Handlungsstrang“ und „Evaluationsstrang“ im besten Fall miteinander verwoben sind. Mehr dazu hier.

    Evaluation läuft systematisch und in Phasen ab

    Evaluation läuft grundsätzlich in einer systematischen Form ab, die sich in vier aufeinander folgende Phasen gliedern lässt. Diese werden in den nächsten Kapiteln genauer beschrieben. Fürs Erste (und grundsätzlich) ist es wichtig, die Systematik zu verinnerlichen. Das bedeutet, am Anfang, aber auch im Verlauf der Evaluation immer wieder innezuhalten und gemeinsam nachzudenken – und dem Impuls, sofort aktiv zu werden, zu widerstehen. Erst dann geht es in Planung und Durchführung. Mehr dazu hier.

    Evaluation nimmt Emotionen ernst

    Evaluation rührt an das professionelle Selbstverständnis von Lehrkräften. Wenn es um (Be)Wertung geht, sind immer Emotionen im Spiel. Das ist nachvollziehbar und zutiefst menschlich. Wenn Evaluation gelingen soll, braucht es auch einen Blick auf die „andere“, die emotionale und soziale Seite von Evaluation. Mehr dazu hier.

    Evaluation braucht Partizipation und Vertrauen

    SQA fußt auf einem partizipativen Vorgehen. Gelebte Qualität braucht gemeinsame Ziele, Vertrauen und Beteiligung. Dies gilt in besonderem Maße auch für die Evaluation als Teil von SQA. Betroffene und Beteiligte sind – je nach Ziel und Fragestellung der Evaluation – einzubeziehen, um aus verschiedenen Perspektiven Rückmeldung zu erhalten, aber auch, um Vertrauen und Akzeptanz zu fördern. Mehr dazu hier.

    Evaluation und Qualitätskultur gehören zusammen

    Qualitätskultur bedeutet, dass es an einer Schule ein gemeinsames Verständnis und einen gemeinsamen Willen gibt, Schule und Unterricht – im Sinne der Qualitätsspirale – kontinuierlich zu reflektieren, zu evaluieren und weiterzuentwickeln. Sie ist sowohl in gewissem Maß Vorbedingung für Evaluation als auch – wenn Evaluation richtig angegangen wird – eine Folge von Evaluation. Entscheidend für die Entwicklung einer Qualitätskultur ist ein produktiver Umgang mit „Fehlern“, um offen zu bleiben für Neues und die eigene Praxis weiterentwickeln zu können. Mehr dazu hier.

    Checkliste: Wie wird Evaluation seriös und erfolgreich?

    Evaluation muss selbst Qualitätsstandards genügen. Je seriöser die Evaluation, desto größer die Freude der Beteiligten am Erfolg, desto größer wohl auch ihre Bereitschaft, Impulse aufzunehmen, Schlussfolgerungen zu ziehen, Kurskorrekturen einzuleiten. Eine Checkliste finden sie hier.